Thailands Sondereinsatzkommandos werden umweltfreundlich
Das trotz seiner Größe recht scheue Bangkoker SEK sucht häufig hinter grünen Regenschirmen Schutz vor seinen Fressfeinden
Die thailändischen Behörden bereiten die Aussetzung von einer Million Wespen vor um mit ihrer Hilfe einen aus Südamerika eingewanderten Parasiten zu bekämpfen, der die heimische Maniok-Ernte bedroht.
Die winzige Wespe wir im Isaan, dem ländlichen Nordosten Thailands in der Provinz Khon Kaen eingesetzt werden.

Gestatten: Anagyrus lopezi - Rächer der Maniok-Bauern
Bild: Georg Goergen (IITA)
Nach den Erwartungen des Internationalen Zentrums für tropische Landwirtschaft wird das Insekt sofort gegen den südamerikanischen Parasiten vorgehen:
Die Maniok-Schmierlaus saugt den Saft aus den Maniokpflanzen und lässt sie verschrumpeln. Rund die Hälfte des Ertrages der tropischen Wurzelfrucht ist in Thailand bedroht.
Die erste Wespenkolonie wurde aus Benin nach Bangkok gebracht, um sie dort weiter zu züchten und versuche durchzuführen.
Die in der Fachsprache Anagyrus lopezi genannte Wespe hat sich in der Vergangenheit in Südamerika und im Subsahara-Afrika bereits als der perfekte natürliche Feind der Manyoklaus erwiesen.
Noch taugt die Maniok-Knolle zur Herstellung von Biokunstoffen auf Milchsäurebasis
Die Wespen stellten für die Menschen und ihre Umwelt keinerlei Bedrohung dar, versicherten die Biologen.
Dagegen wäre der Einsatz von Chemikalien in einer Größenordnung wie es die Läuseplage erfordert „ökologischer Vandalismus“, findet der mit dem Projekt beauftragte Entomologe Tony Bellotti.
„Die Wespen loszulassen, ist mittlerweile eine gängige Methode, um die Maniok-Schmierlaus zu bekämpfen. Sie sind eine Art umweltfreundliches SEK.
Derzeit scheint es, als habe sich die Maniok-Laus auch in Kambodscha, Burma, Laos und Vietnam verbreitet und die Sorge geht um, der Saftsauger könnte sich auch noch in andere südostasiatischen Ländern ausbreiten.
„Es sieht ganz nach einem Katz und Maus-Spiel in der Zukunft aus“, glaubt Bellotti. „Die Laus erobert neue Länder und wir schicken die Wespen hinterher.“
Tags: thai thailand bangkok khon kaen landwirtschaft entomologie Anagyrus lopezi SEK
Teesha - 22. Jul, 00:31
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