Blick zurück: Was man 1950 über Thailand wusste

Was 1950 so in einem Schulbuch des Britischen Commonwealth über das Land des Lächelns zu lesen war:
THAILAND
Jahrhundertelang war dieses kleine Land ein Pufferstaat und blieb von ausländischen Invasionen verschont, bis 1941 die Japaner einmarschierten.
LAGE
Thailand (das Land der Freien) wurde früher Siam genannt und grenz im Norden und Osten an Indochina, im Westen an Burma und im Süden an Malaya.
BEVÖLKERUNG
Geschätzt etwa 19 Millionen. Zwanzig Prozent davon sind Chinesen.
WIRTSCHAFT
Mehr als 90 Prozent der Einwohner arbeiten in der Landwirtschaft, mehr als 95 Prozent der Ackerfläche dient zum Anbau einer einzigen Feldfrucht: Reis.
Nur 10 Prozent der Landesfläche sind erst für die Landwirtschaft urbar gemacht worden.
Der größte landwirtschaftliche Fortschritt hat in der Zentralebene stattgefunden, besonders im Norden Bangkoks.
Die Anbaumethoden sind überall primitiv und veraltet und nicht mal annähernd so intensiv wie im Rest Südostasiens. Wegen der tiefen Lade der zentralebene kommt es zu erheblichen Überschwemmungen, weswegen alle Häuser auf Stützen gebaut werden müssen.
Die landwirtschaftlichen Standards sind vor allem aus den folgenden Gründen so niedrig:
-Der Anbau beschränkt sich nahezu ausschließlich auf eine einzige Pflanze: Reis. Deswegen sind die Böden bereits fast vollständig ausgelaugt.
-Hohe Pachtpreise (fast 90 Prozent der Erträge müssen als Pacht gezahlt werden)
-Große Schwankungen der Markpreise
-Allgemeine Faulheit der Menschen

Luftaufnahme von Bangkok im Jahr 1950
In den vergangenen Jahren wurden immer wieder versuche unternommen, die Bauern zum Anbau anderer Feldfrüchte zu bewegen, wie etwa Gummi, Kokosöl, Baumwolle und Gemüse. Der reisanbau macht dennoch 70 prozent der Exportgüter des Alndes aus. Gefolgt von Gummi, Zinn und Teakholz.
Die bergketten im Westen sind dicht mit Teakhölzern bewachsen und die Holzfäller arbeiten mit der Hilfe von Elefanten.
Industriell ist das Land ebenso rückständig, die Lebensmittelherstellung ist der einzige wichtige Industriezweig.

Straßenverkehr in Bagkok im Jahr 1950
Nahezu der gesamte Handel ist in der Hand der chinesischen Bevölkerung, die im Allgemeinen unbeliebt sind. Die Angst vor dem Kommunismus ist groß.
Alle wichtigen Exporte werden von chinesischen Unternehmen abgewickelt. Handelsbeziehungen bestehen vor allem mit Indien, Pakistan, China und Japan.
Alle Biler: flickr/asianphile
Teesha - 31. Jan, 00:37
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