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8
Nov
2007

Sind Backpacker die schlechteren Touristen?

Das Problem ist wohl, dass viele Rucksackreisende schon bevor sie überhaupt starten, wissen, was sie nach ihrem Trip erzählen wollen: "von den Einheimischen zum Essen eingeladen", "stundenlang mit den Locals beim Bier zusammengesessen", "das heruntergekommeneste Zimmer voller Kakerlaken", "denselben Preis wie die Einheimischen bezahlt", etc.

Dementsprechend jagen sie dann diesen Vorstellungen hinterher. Ich kann dieses Phänomen jedes Mal beobachten, wenn ich auf der Khao San Road in Bangkok bin. Dort haben sich mittlerweile Dienstleister formiert, die den Backpackern genau das geben, was sie sich wünschen: Das Gefühl von Authentizität, Selbstbestimmtheit und vor allem der Eindruck, dass man gerade ein Abenteuer erlebt. Dementsprechend sitzen also in den Gassen rund um die Khao San Road reichlich Einheimische mit großem Durst rum und beginnen mit jedem Westler gerne ein Gespräch, wenn der das bier besorgt. Auch die Tuk Tuk-Fahrer fahren einen für den "Thai-Price" gerne an jeden Ort in Bangkok - wenn auf der Strecke auch ein Schneider und/oder ein Reisebüro liegt, die dem Fahrer beide jeweils Tankgutscheine für neugewonnene Kundschaft ausstellen. Und ohne Tourismus im Allgemeinen und Backpackertum im Besonderen würden auch kaum noch Tuk Tuk-Dreiradtaxis und Wagen mit frittierten Insekten durch die Gegend fahren.

Der Backpackerurlaub ist ja meist die Summe aus dem, was man im Reiseführer gelesen hat, dem was einem Bekannte geraten haben und was man darüberhinaus zufällig erlebt. Wie soll es auch anders sein.

Chris schreibt im Travel Passion-Blog das auch er sich in vielen Punkten auch der schlechten Seite der Backpackerei schuldig gemacht hat. Mir bricht dabei kein Zacken aus der Krone, wenn ich zugebe, dass auch ich und die handvoll Freunde, die mich auf meinen ersten Reisen nach Asien begleitet haben, alle die selben ausgetretenen Pfade beschritten haben und alle ein ziemlich typisches Backpackerverhalten an den Tag gelegt haben. Logo sind wir auch schon mit dem Tuk Tuk zu irgendwelchen Schneidern gefahren, haben mit den "Locals" getrunken und uns beim Insektenessen fotografiert.

Wenn ich heute aber über die Khao San Road laufe habe ich den Eindruck, dass das "Backpacking" einfach eine andere Form des Urlaub machens ist, die genau wie die Pauschaltouristen in Socken und Sandalen auch ihre eigene Uniform entwickelt hat: Batiktücher, weite Baumwollhemden, Rastalocken und Barfußlaufen.
Backpacking ist heute Massentourismus. Wie soll es auch anders sein - es gibt einfach zu viele.
Das, was eine Rucksackreise wirklich ausmacht, die Individualreise, ist aber doch genaugenommen nicht unbedingt an den Rucksack an sich gebunden.
Ich denke die schönsten Reiseerfahrungen, wird man immer haben, wenn man nicht irgendwelchen vorgefertigten Urlaubserlebnissen hinterjagt, sondern genau das macht, worauf man gerade Lust hat. Wenn man dabei noch anständig bleibt, nicht vergisst, das man Gast in einem armen Land ist, werden sich die Urlaubserinnerungen von selbst ergeben - und dann noch viel schöner als man sie hätte planen können.

Technorati:

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Turin - 8. Nov, 18:54

Blah, ich kann auch ne Pauschalreise nach Thailand buchen und mehr erleben als jeder "Individual-Tourist".

Allein diese ganzen Wertungen sind so für die Katz.
1.) Man macht da Urlaub - ergo sollte man das machen was einem gefällt und die Qualität des Urlaubs daran messen ob es einem gefallen hat. Egal ob das heißt in der Sonne am Pool zu liegen und verfälscht einheimische Küche am Hotel-Buffet zu kosten oder mit Vogelspinnen um den Platz auf der Pritsche zu kämpfen *g

2.) Individual-Tourismus wie du ihn beschreibst ist doch nix anderes als anständig, aufmerksam und bewusst durchs Leben zu gehen und die Bereitschaft, auf fremde Menschen zuzugehen und sie kennenlernen zu wollen. Da kann man das Tourismus streichen, da kannst auch in Deutschland noch in 100 Gebiete fahren die man nicht kennt, deren Bräuche sich von den eigenen unterscheiden und bei denen (leicht) anders gesprochen wird. Hat Chris ja auch schon oft drüber geschrieben, das der Urlaub für Individualisten eigentlich gar keiner fernen Länder bedarf, um exotisch zu werden.

Und die Einheimischen stellen sich IMMER auf den Touristen ein in irgendeiner Art und Weise *g ... man kann nichts beobachten ohne es zu verändern *g. Egal ob man das macht was 5000 Leute vor einem gemacht haben oder allein in den Urwald zieht und einen Dschungelstamm sucht :D

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