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1
Okt
2009

Die große Pratu Namo „Thai Food Diet“ – Euro-Food in Vientiane



Es mag sich seltsam anhören, aber manchmal bin ich des thailändischen Essens einfach überdrüssig. Viel zu oft schmeckt alles irgendwie gleich. Und die meisten Thai-gerichte bestehen ja auch aus den gleichen Zutaten: Chillie, Zitronengras, Currypaste; Kaffernlimettenblätter, Fischsoße, Sojasoße und Kokosnussmilch.

Vielen Ausländern in Thailand ist das Thai-Essen ohnehin zu scharf und sie geben lieber 350 Baht für eine Pizza aus, als für 30 Baht in der Garküche zu essen.

Dafür bin ich allerdings zu geizig. Deswegen genieße ich immer meine Aufenthalte in Laos. Laos war bekanntermaßen französische Kolonie und hat auch heute noch findet man gutes europäisches Essen zu vernünftigen Preisen in Vientiane.
Einfach mal wieder Spaghetti essen, die nicht wie in Thailand mit Ketchup und Zucker zubereitet werden, sondern mit richtiger Tomatensoße. Pizza, die nicht nach Dom Yang Gung wie in Thailand schmeckt, sondern nach Pizza – mit echtem Käse und nicht mit gesüßter Wasauchimmer.




Dazu darf es dann gerne auch ein Italienischer Salat sein. Mit Essig und Öl statt ranziger Mayonaise.


Zum Runterspülen dann am liebsten Beer Lao, dass von einem mir bekannten und in Deutschland ausgebildeten Braumeister hergestellt wird und das so gut ist, dass es seit einem Jahr auch nach Europa exportiert wird.


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Mit Polizei-Eskorte zur Arbeit



Eine erneute wunderbare wending in meinem Berufsleben. Weil ja ab Montag die Schulferien in Thailand beginnen, muss ich mich jetzt erst mal nicht mehr in miefig-heißen Klassenzimmern mit lernunwilligen Heranwachsenden rumschlagen. Stattdessen begleite ich jetzt Gruppen reicher Teenager in ihre Sommerferien.
Morgens um sieben holen wir sie an den Schulen in ihren Villenvierteln ab und fahren sie mit Polizeieskorte in die Badeorte am Golf von Thailand. Dort beziehen wir dann schicke zimmer in Hotels am Strand, kriegen reichlich und gut zu essen und bieten ein bisschen Entertainment. Nachmittags ist dann Strand und Pool angesagt und so bin ich in der letzten Woche um zwei Farbtöne dunkler geworden.
Ich bekomme zwar deutlich zu wenig Schlaf (auf 100 Stunden Arebit kriege ich gerade mal 25 Stunden Schlaf zusammen) aber der Körper passt sich schnell an. Am letzten Tag gibts dann eine Talentshow bei der die Kids wirklich beeindruckende Shows hinlegen. Am nächsten Tag fahren wir sie Mittags wieder mit Blaulicht nach Hause. Um elf Uhr abends spüle ich dann schnell ein paar Klamotten durch und um halb sechs morgens sitze ich schon wieder mit 55 Kindern im Bus und gebe mein Bestes an der Karaokemaschine.



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17
Sep
2009

Didgeridoo

Es hört sich an wie mindestens drei Instrumente gleichzeitig ist aber nur eins:



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Dritter Jahrestag des Militärputsches

Am Samstag jährt sich zum dritten Mal der Militärputsch vom 19. September, mit dem der damalige Premier aus dem Amt und ins Exil gejagt worden ist. Seitdem kommt es in Thailand immer wieder zu Unruhen, die das Land wochenlang lahm legen, so zuletzt an den Songkran-Feiertagen zwischen dem 8. Und 13. April.
Damals rollten auch durch meine Straße die Panzer und in Dusit und an der Din Daeng Kreuzung wurde nicht an Munition gespart.
Damit das nicht nochmal passiert, hat die Regierung jetzt für das kommende Wochenende den Internal Security Act aktiviert, mit dem das Militär offiziell die Polizei unterstützen kann. Erstmal nur im Bezirk Dusit (durch den ich dummerweise Morgen und am Freitag durch muss.
Schon jetzt sind wieder Tausende Protestler der Red Shirts in der Stadt und an den wichtigen Kreuzungen steht auch wieder Marineinfantrie und Militärpolizei.
Die Regierung prüft derzeit Hinweise nach denen die Red Shirts auch eine Belagerung des Inlandsflughafens Don Muang und des Internationalen Flughafens Suvarnabhumi planen.
Dann dürften sich diese Szenen von vor fünf Monaten wiederholen, denn die Regierung hat bereits angekündigt, den Internal Security Act auch auf andere Stadtteile auszudehen.
Mir ist das ab Freitag Abend aber egal, weil ich dann sowieso einen kurzen aber gesponsorten Urlaub im Nationalpark Kao Yai antrete.









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11
Sep
2009

Mein Fall in die Lehre – Die Regierungsschule



Bisher hatte ich ja immer nur an Privatschulen unterrichtet. Und auch immer nur Zwerge bis maximal elf Jahre. Die sind zwar anstrengend aber wenigstens kann man sie zur not malen lassen.
Heute war ich aber als Vertretungslehrerin an einer öffentlichen Schule eingesetzt. Dazu noch Highschool, also Teenager mit allem was dazu gehört. Die kann man nicht einfach malen lassen.
Die Schule hat wohl mehr als Tausend Schüler, aber als ich morgens um acht ankam, war keine Menschenseele zu sehen. Nur aus den Lautsprechern drang nymphenhafter, thailändischer Gesang an mein Ohr. Es dauerte eine Weile bis ich dessen Quelle fand. Offenbar wurden an diesem Tag die Lehrer verabschiedet, die in Pension gehen. Diese Woche ist nämlich auch die letzte Woche des ersten Schulhalbjahres in Thailand. Alle Schüler waren versammelt und verneigten sich immer wieder auf Kommando vor den scheidenden Lehrkörpern.






Die Einrichtung in den Regierungsschulen ist im Vergleich zu den Privatschulen eher spartanisch. Die Pulte sind älter als der älteste Lehrer.

Auch hier ziehen die Kinder ihre Schuhe aus. Ein Vorteil, dessen ich aber erst in der letzten Stunde gewahr wurde: Die Lehrer können ein Mikrofon benutzen. Das schon ertsens meine Stimme und zweitens können die Schüler reden soviel sie wollen, ich übertöne sie trotzdem und sie verstehen sich untereinander nicht mehr. Außerdem macht es einen Heidenspaß ein kleines Publikum, eine Bühne und ein Mikrofon zu haben. Zumal ich sowieso schon von den Kindern mit Applaus begrüßt wurde. Wahrscheinlich nur, weil ich kein spießiger, alter Engländer bin und ein bisschen Show biete –weil es mir selber dann am meisten Spaß macht.



Der beste Freund des Lehrers – das Mikrofon, mit dem die Soundhoheit im Klassenzimmer garantiert ist



Mein Fanclub der Matayom 3 Klasse



Tischtennis in der Freistunde. Auch in Thailand gibt es “Rundlauf”



Glanzstück der Handy-Sportfotografie. Noi erzielt für seine Mannschaft das sensationelle 3:1



Die anderen Lehrer im Lehrerzimmer haben ständig uüber das Benehmen und die Ignoranz der Schüler gejammert. Mir hat es richtig Spaß gemacht. Es kommt wohl doch auf gegenseitigen Respekt an.



Trinkwasserspender für die Schüler

Und das Beste wie immer zum Schluss:



In Thailands Regierungsschulen gibt es noch immer die Prügelstrafe. Und das nicht zu knapp. Die Lehrer hauen richtig hin. Ich kann ja nicht mal bei Opor im Dorf die Kühe mit einem Stöckchen schlagen um sie von der Straße zu treiben, wie könnte ich da ein Kind prügeln. Ein giftiger Blick von mir tut bestimmt viel mehr weh.

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12
Sep
2009

Semantikprobleme im deutschen Wahlkampf

Auch angesichts mangelnder Steuereinnahmen verliert der Finanzsenator Michael Freitag nicht seinen Optimismus: „ Hamburgs Weg, meine Damen und Herren wird sein eine Neuverschuldung auf Zeit. Wir koppeln dieses Sondervermögen mit einer Tilgungsautomatik.“
Wunderbar. Wo der normale Bürger Schulden machen muss, da erwirbt Michael Freitag einfach ein Sondervermögen. Deutschland ist gerettet.

Auch nicht schlecht: Anlässlich des Abendessen von Josef Ackemann und seinen Freunden bei der Kanzlerin erbricht die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken und promovierte Sprachwissenschaftlerin Dr. Gesine Lötzsch folgendes: „Und ich glaube das ist die Spitze des Eisberges der im Lobbyismus-Sumpf der Bundesrepublik Deutschland steht.“

Eisberge in Sümpfen – der Klimawandel vollzieht sich offenbar schneller als erwartet

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Die große Pratu Namo „Thai Food Diet“ – Afghanisches Essen

Ab und zu begegne ich Leuten, die ich nicht direkt als Fans von mir bezeichnen würde (diese Vermessenheit gönne ich mir erst ab 10/2009), aber die doch angetan von meinem Wirken oder meiner Person scheinen oder sich aus anderen Gründen gerne mit mir umgeben. Wie auch immer. Jedenfalls wollen mir manche manchmal etwas Gutes tun, wenn sie mich treffen.

So geschah es heute, dass ich zum Essen eingeladen wurde. In ein afghanisches Restaurant.

Wenn man dieser Tage an Afghanistan denkt, kommt einem sicher vieles in den Sinn, aber wohl kaum die herausragende afghanische Cuisine. Aber die gibt es.
Weil gerade der Fastenmonat Ramadan ist, mussten wir aus Höflichkeit den anderen Gästen noch etwas mit dem essen warten, bis der Muezzin vom Tonband dann das Fastenbrechen ausrief. Danach wurde reichlich aufgetafelt. Weil ich mir nicht alles merken konnte habe ich es der Einfachheit halber fotografiert. Während man sein Essen fotografiert, kommt man sich ja immer extrem dämlich vor.
Aber: Dokumentation ist journalistische Sorgfaltspflicht und somit oberste Tugend.



Die Lammsuppe sieht auf den ersten Blick harmlos aus. Wenn sie aber nach eigenem Belieben mit dem Koriander, Chillie, Krabben und Limetten gewürzt ist, hat sie ordentlich Bumms.

Ich war beim Betreten des Restaurants erst etwas unsicher, weil ich gerade vom Dreh kam und eher sexy anzusehen war, während alle weibliochen Gäste und Kellnerinnen schwerstens verschleiert waren.
Weil meine Einlader aber zu Protokoll gaben, es sei „No Problem“, nahm ich das mal so hin.

Afghanisches Essen lässt sich in etwa so beschreiben: Die eingelegten Gurken sind sauer, aber auch ordentlich scharf, Lamm ist fast überall drin, der Reis ist gelb, der Gurkensalat süß, die Ziegenmilch schmeckt nach Vanille und alle essen von den gleichen Tellern. Das Essen kommt nach vier Minuten und die bedienungen sind flink wie die Wiesel.



Richtigerweise nur eine halbe Armeslänge von mir entfernt und links im Bild: herrliche Lamm-Kebabs

Ich bin in jedem Fall aufs Angenehmste überrascht.

Afghanisches Essen ist ein Traum – besonders, wenn man nicht selber zahlt.

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8
Sep
2009

Gefährliche Studiotage

„Cut“!
Und fertig. Endlich und fast in einem Rutsch, nachdem wir jetzt schon seit 10 Tagen an dieser Sendung gedreht hatten. Heute war also noch mal Studio angesagt. Eigentlich nichts Großes; ein bisschen Geplauder und Tanzen mit einem Funken Comedy dabei und Abmoderation. Ging auch ganz gut durch.

Während der letzten Tage habe ich aber festgestellt, dass Studios eigene Gesetze haben. Man kommt sich zwar vor wie in einer sicheren und kontrollierten Umgebung, ist es aber nicht.

Das Risiko von einem brennenden oder platzenden Scheinwerfer verletzt zu werden ist nicht gering. Und manchmal fallen die Dinger auch einfach runter. Die Lichtcrews sind an sich ein großer Gefahrenherd, weil sie immer hyperaktiv durch die Gegend springen, ohne Rücksicht auf Verluste.

Gefährlich kann auch mein Regisseur werden, wenn ich mich zum fünfunddreißigsten Mal versprochen habe. Er sagt dann zwar immer:“ It´s alright. Don´t worry. Take your time.“, aber seine geschwollenen Halsvenen und der rote Kopf sagen das Gegenteil.
Natürlich stelle ich auch ein Risiko für meine Mitarbeiter dar. Wenn der Regisseur mich dauernd volllabert, während ich meinen Text lerne, wenn die Crew vergisst, die Kameraakkus zu wechseln und mitten im Take die Kamera ausgeht, wenn ich tausend mal das Funkmikro an mir an- und wieder abbasteln muss, weil sich die Tonleute nicht einig werden, ob sie mich nun hören oder nicht. Noch halte ich mich zurück und bin erst einmal divenhaft aus dem Studio gestürmt, habe mir dabei aber den Fuß an einem Lampenständer angehauen, weswegen meine ganze Theatralik verpuffte.



Die zwei kleineren Kameras sind zwei von insgesamt fünf, die sich automatisch bewegen. Ich weiß es und erschrecke mich trotzdem immer wieder

Die Gefahr während eines Studiodrehs zu erfrieren oder vom Hitzschlag getroffen zu werden ist aber allgegenwärtig. Die Klimaanlagen laufen immer am Anschlag und kühlen selbst die großen Studiohallen auf 4 Grad Kühlschranktemperatur herunter. Sobald die Proben aber vorbei sind und wirklich gedreht wird, müssen sie wegen der Nebengeräusche abgestellt werden. Weil an einem Set aber naturgemäß immer Dutzende Scheinwerfer Temperaturen und Lichtverhältnisse wie auf der Oberfläche der Sonne herstellen, wird es schon nach fünf Minuten unerträglich heiß.




Sonnengleiche Lichtverhältnisse und Temperaturen

Die Konzentration aller Beteiligten bricht erheblich ein und alles dauert nur um so länger – bis irgendwann gar nix mehr geht und eine Pause her muss.
Fazit: Sobald es nach den Außenaufnahmen ins Studio geht, trage ich stets Helm, Pulli und Fächer bei mir.

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1
Sep
2009

Waien will gelernt sein (ไหว้)

Der Wai (ไหว้) ist in Thailand die Geste der Begrüßung, so wie im Westen das Händeschütteln. Er besteht aus einer leichten Verbeugung mit gebetsartig gefalteten Händen. Je höher die Hände gehalten werden und je tiefer die Verbeugung, umso mehr Respekt wird dem Gegenüber damit gezollt.
Den Wai benutzt man gleichermaßen zur Begrüßung, zum Abschied, zur Entschuldigung oder um sich zu bedanken.

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Ronald Mc Donald beim Waien (Quelle: Wikipedia.org)

Ich habe meinen Wai im Rahmen der Vorbereitungen zu einem Schönheitswettbewerb an der Universität von Udon Thani gelernt und die regeln für einen perfekten Wai sind so exakt wie simpel: Die Hände werden auf Brusthöhe gefaltet und dann vor das Gesicht gehoben. Ist diese Bewegung zu zwei Dritteln vollzogen, neigt sich während des letzten Drittels der Kopf den Händen entgegen. Während das geschieht beugt sich der ganze Oberkörper in einer Verbeugung.
Je sorgfältiger der Wai ausgeführt wird, umso geschmeichelter ist die Person, der der Gruß gilt.
Ziemlich perplex sind die Thais aber oft, wenn ihnen jemand einfach nach westlicher Manier die Hand entgegengestreckt bekommt. Genauso, wie wenn ein Deutscher plötzlich mit einem Wai gegrüßt würde.
Weil in der Thai-Kultur der Respekt gegnüber älteren und/oder höher gestellten Personen ein essentieller Bestandteil ist, lernen den Wai schon die kleinsten.

So neulich in der Schule, in der ich unterrichte. Check it out:




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31
Aug
2009

Rückfall in die Lehre

Nachdem mein erstes Engagement als Lehrerin einem Höllenritt geglichen hatte, habe ich in der vergangenen Woche einen neuen Anlauf unternommen. Kleinere Schule, kleinere Klassen. Und eigentlich war es gar nicht so schlimm. Natürlich ist es trotzdem unmöglich, die vollen fünfzig Minuten, die eine Schulstunde hier in Thailand dauert, die Kontrolle zu behalten.
Bei den 6-jährigen reisst die Konzentration schon nach etwa 12 Minuten ab, danach steigt der Lärmpegel rapide an. Wenn man da nicht einschreitet, springen sie zwei Minuten später durch die Klasse. Als hilfreich hat sich der der von mir selber entwickelte „Affentanz“ erwiesen. Das beschäftigt die Kinder und sie wollen gar nicht mehr aufhören. Allerdings lässt meine physische Kondition nicht mehr als vier Wiederholungen zu.
Danach folgt Trick Nr.2: Malen. Vorzugsweise Familienmitglieder. Die 8-jährigen lasse ich bunte, geometrische Formen malen. Allerdings erschöpft sich das dann irgendwann auch. So viele rote, grüne, gelbe, blaue Trapeze, Dreriecke, rechtecke, Quadrate ovale etc. Habe ich noch nie zur Begutachtung vorgelegt bekommen. Aber so rette ich mich wenigstens über den Tag.



In Thailand zieht man die Schuhe aus, bevor man einen Raum betritt. Auch die Lehrer.



Der Schulspielplatz



Überall Kinderbilder. Fast wie in einer deutschen Schule auch





Die Pulte sind schief, weswegen die Hälfte der Schüler immer unter dem Tisch nach ihren runtergerollten Stiften sucht



Donnerstag ist Pfadfindertag. Geländespiele bis zum Abwinken.



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25
Aug
2009

Zwei Drogenhändler in Thailand hingerichtet

Beide waren im März 2001 wegen des Besitzes von 114.219 Tabletten Methamphetamine festgenommen worden, berichtet die Zeitung The Nation. Nachdem ein Gericht sie des Drogenhandels für schuldig befunden hatte, erhielten Bundit Charoenwanich, 45, und Jirawat Phumpruek, 52 die Höchststrafe.

Gestern abend wurden sie per Giftspritze hingerichtet.

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24
Aug
2009

Die große Pratu Namo „Thai Food Diet“ – Ekel-Essen und der Wok Superstar

99 Prozent aller Gerichte, die man hier in Thailand vorgesetzt bekommt, sind so gut, dass man traurig ist, wenn der Teller leer gegessen ist. Das dies aber nichtz selbstverständlich ist konnte wurde mir heute einmal mehr bewiesen.
Nicht jeder, der einen Essenstand betreibt und einen Wok hat, kann auch kochen. Als ich jüngst aus Laos zurückkam und am Busbahnhof der Grenzstadt Nong Khai noch schnell was essen wollte, bevor ich den langen Ritt Richtung Bangkok antreten würde. Bestellte ich „Pat Ki Mao“, ein gängiges thailändisches Gericht. Bekommen habe ich eine Schüssel Öl, in der halbgare Instant-Nudeln herumschwammen. Außerdem war das Fleisch deutlich zu alt.
Ungenießbar.



“Pat Ki Mao”, wie es nicht sein soll


Bei mir in der Gegend ist jetzt eine seltsame Situation entstanden. Normalerweise herrscht ein Überangebot von Garküchen. Allerdings nicht zwischen 15 und 19 Uhr. Da kann ich nur schwer etwas finden, was ich mag.

In dem Bordell nebenan ist jetzt tagsüber ein Restaurant und weil es nun mal zwischen 15 und 19 Uhr war, der Magen aber trotzdem knurrte, gab ich dem Etablissement eine Chance und bestellte „Pat Si-Iu“ – Nudeln in dunkler Sojasoße mit Hüchnchenfleisch.
Die Nudeln waren so bitter, dass ich sie in Chillipulver panieren musste um sie runter zu bekommen. Das Hühnchenfleisch war alte Schweinleber und ein einziger schon zerfallender Shrimp.

Gut ist anders.

Deswegen muss ich wohl jetzt noch mit knurrendem Magen bis Sonnenuntergang ausharren, bis mein Superstar ihren Stand eröffnet. Sie kocht die besten thailändischen Gerichte, mit reichlich Zutaten und riesigen Portionen und macht nie einen Fehler.
Dabei ist sie so schnell, dass sie die meisten Gerichte in etwa 100 Sekunden zusammengezaubert hat. Manchmal bekommt sie zehn Bestellungen gleichzeitig zugerufen und trotzdem vergisst sie nichts und bringt auch nicht die reihenfolge durcheinander. Mittlerweile habe ich ihr System durchschaut. Bei jeder neuen Bestellung nimmt sie einen Teller und stellt sie auf ihren Stand. Die Teller haben unterschiedliche Farben, mit deren Hilfe sie sich die Reihenfolge und das gewünschte Gericht behalten kann.



Pat Ki Mao, wie es sein soll


Sie merkt sich sogar wie manche Leute ihr Essen am liebsten haben. Mir haut sie in eine Portion „Pat Ki Mao“ (wörtlich überstetzt „Gebratenes für Trinker“) 25! Chillies und vier Stränge grünen Pfeffer in eine Portion. Mein amerikanischer freund kann nicht so scharf essen und bekommt bei gleicher Bestellung nur vier Chillies und keine Pfefferkörner.

Außerdem habe ich neue Gerichte entwickelt, die sie mittlerweile in ihr Repertoire aufgenommen hat.

Respekt. Ein wahrer Superstar am Wok.



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23
Aug
2009

Der Blue Finger Bongo Blues



Musik machen will gelernt sein und verlangt bisweilen bestimmte Grundvoraussetzungen. Zum Beispiel Hornhaut. Gestern ergab es sich plötzlich, dass sich bei uns in der Kommune ein spanischer Original-Hippie (soll heißen er hat lange aber mittlerweile graue Haare) auf den Boden setzt und anfängt Didgeridoo zu spielen. Aber nicht irgendeinen hohlen Stamm, den man für vier Euro auf Bali kaufen kann, sondern ein riesig langes und knorriges, aus einem Teil des Baumes, den ich nicht einwandfrei identifizieren konnte. Und das sogar richtig gut. Mit ein bisschen Übung und Spucke kann ja jeder einen Ton mit einem Didgeridoo erzeugen, aber dieser Hippie kann damit massieren (davon später mehr).




In Bongo-Action

Als er also so spielte, nahm sich ein amerikanischer Freund zwei Klanghölzer und stimmte mit ein. Ich brauchte eine Weile, bis ich meine Bongos gefunden hatte. Alle anderen – etwa 15 Leute - machten irgendewelche Geräusche im passenden Takt.
Schade, dass es davon keine Aufnahme gibt. Ich habe mich noch nie so sehr im Dschungel gefühlt.

Weil ich wohl ein bisschen zu laut getrommelt habe und es überhaupt nicht gewohnt bin. Hat mein rechter Zeigefinger heute die Größe einer Spreewaldgurke und spätestens morgen auch die entsprechende Farbe. Heute ist er aber noch angenehm lila.


Abschiedsgemälde für einen Mitbewohner unserer Kommune, der nach Panama zurückgeht




nach der Farbschlacht

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17
Aug
2009

Gleich gibt´s ein Donnerwetter

Die letzten Tage war es quälend heiß gewesen. Und das gar nicht mal wegen der 33 Grad, die wir in den letzten Tagen trotz Regenzeit hatten, sondern eigentlich weil wir während der Regenzeit 33 Grad haben – dafür aber keinen Regen. Die Luftfeuchtigkeit war in den vergangenen Tagen so hoch, dass es manchmal zwei Tage dauerte, bis die Wäsche auf dem Balkon trocknete.
Jetzt kommt es dafür aber um so wuchtiger. Freitagnacht bin ich trotz des Schrims klatschnass geworden, vorgestern sind wir im Taxi fast geschwommen und gestern Nacht hat es so laut gedonnert, dass ich trotz Ohrenstöpsel davon aufgewacht bin. Jetzt kündigt sich gerade wieder ein Gewitter an. Momentan sind die täglichen Gewitter noch recht unpünktlich.
Im vergangenen Jahr konnte man dagegen seine Uhr danach stellen: Sonnenschein von morgens bis um 17 Uhr. Dann eine Stunde starker Wind, dann zwei Stunden Sintflut und dann konnte man getrost aus dem Haus gehen. So war es zumindest an den meisten Tagen.
Wer in diesen Tagen ohne Schirm aus dem Haus geht, ist selbst dran doof, denn in den tropischen Regionen regnet es sich nicht „ein“. Wenn die ersten Tropfen fallen, hat man noch 30 Sekunden zeit, dann ist man so naß als wäre man gerade dem Swimming Pool entstiegen. Dabei ist es dann immer noch 24 Grad warm. Nicht so schlimm könnte man meinen, aber wehr klattschnass in einen klimatisierten Bus, Taxi, Skytrain etc, steigt und dort neben Dutzenden anderen klattschnassen Leuten sitzt, ist schnell mal drei Tage krank.
Glücklicherweise wohne ich in einer Gegend, die kaum überschwemmt wird, obwohl wir direkt am Kanal liegen. Den hat die Stadtverwaltung aber schon vor zwei Monaten mal ordentlich durchgespült, damit er wieder mehr Wasser fasst. In vielen anderen Stadtteilen, die weiter weg vom Chao Praya Fluss liegen wird man aber wohl auch in dieser Saison gelegentlich wieder bis zu den Knien durch das Wasser waten müssen. Dass es sich dabei nicht um Trinkwasser handelt ist klar. Vielmehr ist es eine üble Brühe, die aus den Kanälen und der Kanalisation hochschwappt. Dabi kann man sich schnell mal viel mehr einfangen als einen handelüblichen Fußpilz aus dem Hallenbad.

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16
Aug
2009

Dope Beats & Panda Blood – Der Trailer meines Kung Fu Films

Seid vorgestern ist der Trailer zu unserem ersten Kung Fu Film „Dope Beats & Panda Blood“ fertig und erfreut sich bislang regen Zuspruchs. Wenn der Film genauso gut wird, dann ist uns mindestens ein Oscar sicher.

Check it out:



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13
Aug
2009

Mein Fall in die Lehre

Das Leben kann schon manchmal sehr absurd sein. Aber das ist ja das tolle daran. Wer hätte zum Beispiel jemals gedacht, dass ich mal Lehrerin werden würde. Ich auf jeden Fall nicht und wohl auch kaum eine meiner Lehrerinnen und Lehrer. Trotzdem bin ich es jetzt. Und es läuft richtig gut. Ich arbeite für mehrere Schulen und unterrichte mehrere Sprachen. Englisch und Deutsch auf Englisch und Thai. Aber es klappt. Meine Deutschschüler sind wirklich gut und fleißig und wir kommen schnell voran. Die Kinder in der anderen Schule sind die Hölle und ich habe nach dem ersten Tag den Job wieder hingeschmissen. In daran sind sie nicht mal selber Schuld. Aber eine Klasse mit 47 Schülern zu unterrichten ist unmöglich. Es sei denn man macht den klassischen thailändischen Frontalunterricht. Der Lehrer erzählt vorne irgendwas und die Kinder müssen nichts anderes machen als dazusitzen und ruhig zu sein. Dann kriegen sie gute Noten. Auf einen Wissenstransfer ist dieses Unterrichtskonzept auf jeden Fall nicht ausgerichtet.

Und das merkt man auch am Leistungsstand der Kinder. Zwar steht im Klassenbuch, dass sie in der vergangenen Woche das „present perfect“ durchgenommen hätten und auch in den Wochen davor viel Grammatik gemacht hätten, aber in der Realität können viele der Kinder nicht mal ihren eigenen Namen in lateinischer Schrift schreiben – wohlgemerkt nach vier Jahren Englischunterricht. Außerdem ist es unmöglich die Kinder auf Englisch zu unterrichten. Jetzt ist mir auch klar, warum einer meiner Vorgänger, ein Engländer, der kein Thai spricht, den Job ebenfalls hingeschmissen hat. Ich musste die ganze Zeit mit den Kindern auf Thai sprechen, ansonsten wäre kaum Unterricht möglich gewesen. Eigentlich war der Lärmpegel aber ohnehin ständig so hoch, dass ich auch Deutsch hätte sprechen können, weil ohnehin keiner den anderen versteht.

Immerhin war das eine Erfahrung. Ab jetzt unterrichte ich nur noch Privatschüler und Erwachsenen, die wissen wenigstens, dass sie für ihren Unterricht einen Haufen geld bezahlen und benehmen sich entsprechend gut.


Die Klasse im Ruhezustand



Im Gefecht

Die Pausenglocke, bevor sie wieder über mich herfallen:



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12
Aug
2009

Bangkok Flash Mob

Letzten Sonntag haben sich zum ersten mal etwa 50 Bangkoker Freigeister, Thais und Ausländer, viele davon Künstler und Fotografen, zusammengetan um den ersten Bangkoker Flash Mob zu starten. Und natürlich war ich auch dabei. Flash Mob ist eine Art von Aktionskunst, bei der plötzlich viele Menschen im öffentlichen Raum, scheinbar unabgesprochen das gleiche tun. Die Möglichkeiten für einen Flash Mob sind unbegrenzt. Die einfachste Form ist wohl aber das „Freezing“ , also das plötzliche gefrieren während einer normalen Tätigkeit. Beispielsweise geht man einfach und auf ein geheimes Zeichen einer Person hin, verharren alle in ihrer gegenwärtigen Haltung.

Letzten Sonntag haben wir also den Freeze Flash Mob im obersten Stock des schnieken Einkaufszentrums „Central World Plaza“ in der Bangkoker City gemacht. Natürlich ist sofort die Security gekommen und wie wild in ihre Walkie Talkies gesprochen, aber machen konnten sie nichts. Nach viereinhalb Minuten gingen dann alle auf ein geheimes Zeichen weiter und zum Ausgang, ohne aber zu zeigen, dass wir zusammen gehören.

Weil die Aktion so gut geklappt hat, haben wir sie gleich noch mal im Einkaufszentrum „Siam Paragon“ wiederholt. Diesmal hatte ich mir ein Brötchen besorgt und alles in meinen Mund gestopft und war gerade heftigst am kauen, als einer seine Baseballkappe zurecht rückte. Das war das Zeichen. Für fünf Minuten lief mir dann das Wasser im Mund zusammen. Hervorragende Aktion. Die Thais, die da zum shoppen gekommen waren machten natürlich sofort Fotos von uns und filmten alles mit ihren Handys.

Die nächste Aktion ist schon geplant. Diesmal wollen wir 300 Leute zusammen bekommen. Ich hab schon jede Menge Ideen für die Location.
Hier erst mal das erste Video, dass eine von uns mit einer versteckten Kamera gefilmt hat. Check it out:



Pratu Namo

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