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23
Mai
2008

Der Molkendieb Maria

Gerade gestern habe ich mit einem Amerikaner zusammen gesessen, der eine interessante Bemerkung bezüglich der deutschen Sprache gemacht hat:

„Auf Französisch heißt er papillon, auf Spanisch mariposa, auf Thai pii süa, auf italienisch farfalla und auf deutsch….SCHMETTERLING.

Auf den ersten Blick scheint es unverständlich, warum alle Sprachen so zarte Worte für ihn finden und das Deutsche einem der zerbrechlichsten Wesen so ein hartes Wort wie „schmettern“ in den Namen legt. Licht ins Dunkel bringt ein Blick in die Etymologie der deutschen Sprache: Im Ostmitteldeutschen bedeutet „Schmetten“ „Sahne“. Nach altem Volksglauben fliegen Hexen in Schmetterlingsgestalt, um Milch und Sahne zu stehlen. Daher kommen auch die mundartlichen Namen des Schmetterlings wie „Molkendieb“ oder „Buttervogel“ – und von Buttervogel zu butterfly ist es dann ja auch nicht mehr weit.

Im Spanischen verhält es sich dagegen ganz anders. Das Wort für Schmetterling „mariposa“ tauchte dort erstmals in 1326 in Don Juan Manuels etymologischem Werk „Libro del cavallero et del escudero“ Der leitet das Wort aus dem Aufruf “Mari, posa(te)" (etwa: „Maria steige hernieder!“) ab.

Im Deutschen also Hexe, im Spanischen die Mutter Gottes - So kann`s manchmal gehen.

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