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Zum Kaffee bei den Aufständischen

13
Apr
2009

Zum Kaffee bei den Aufständischen – Kriegsrecht in Bangkok

Nach Pattaya ist jetzt auch in Bangkok der Ausnahmezustand ausgerufen worden. Gestern sind den ganzen Tag Panzer durch meine Straße gefahren, die wir natürlich mutig mit unseren Wasserpistolen bekämpft haben.
An der Hochbahnstation Siam waren sie sogar noch mutiger und haben einen Panzer erobert. Es ist nach wie vor ruhig obwohl die Armee heute Nacht die besetzte Din Daeng-Kreuzung zurückerobert hat – 77 Verletzte. Sogar der Premierminister wurde von den Aufständischen leicht verletzt.



Ich wohne ja direkt am Regierungsviertel allerdings auf der „sicheren Seite“ des Flusses. In der Vergangenheit haben sie gelegentlich mal von Booten aus mit Granatwerfern geschossen, aber auf die andere Seite und ein Blick in die Wikipeia sagt mir, dass der M79-Granatwerfer, den sie hier benutzen nich bis zu mir kommen kann.
Deswegen werde ich mich jetzt mal gepflegt in die Sonne legen und die Songkran Feiertage genießen.
Cheers
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11
Apr
2009

Zum Kaffee bei den Aufständischen – Ausnahmezustand, mal wieder

Zuletzt hatte ich in dieser Rubrik ja über meine sonntäglichen Besuche im von der People`s Alliance for Democracy (PAD) besetzten Government House berichtet. Nachdem die Damen und Herren in gelber Tracht nach der Flughafenblockade und reichlich Mauschelei ihren Willen und einen Premier aus den Reihen der Demokratischen Partei bekommen haben, sind nun die PAD-Gegner verstimmt und fordern ihr Recht. Hierbei handelt es sich um die Democratic Alliance Against Dictatorship (DAAD), die sich in sattem Rot zu kleiden pflegt. Weil der Name der Organisation und sogar dessen Abkürzung noch zu lang ist, nennt man sie landläufig einfach die „Red Shirts“, Süa Deeng in der Landessprache.

Nachdem die wochenlang das Government House belagert hatten und in der vergangenen Woche und auch heute den Verkehr in Bangkok lahmlegten, haben sie heute in Pattaya den ASEAN-Gipfel platzen lassen.

Die Zeichen stehen also mal wieder auf Sturm. Außerdem haben sich die Roten heute sonderbarerweise mit Zivilisten in blauen Hemden geprügelt. Woher die kamen, war zunächst unklar. Die Roten Hemden behaupteten aber, die Blauen seien von der Regierung bezahlt worden. Die dementierte natürlich sofort. Die blauen Hemden seien offenbar Mitbürger, die einfach an der ordnungsgemäßen Ausrichtung des ASEAN-Gipfels interessiert und setzten sich halt dafür ein.
Interessant. Heute Nacht habe ich wieder Dienst am belagerten Regierungsgebäude – sofern ich wegen der blockierten Straßen überhaupt dahin gelange.

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29
Jan
2009

Zum Kaffee bei den Aufständischen: Gesetz gegen das Flughafenbesetzen

„Jede Person, die bei dem Versuch ertappt wird, die Kontrolle über einen Internationalen Flughafen zu übernehmen, droht jetzt eine Strafe von 500 (ca. 10 Euro)bis zu 10.000 Baht (etwa 2000 Euro).“

From Aufstand

So sieht es auf jeden Fall ein Gesetzentwurf vor, den das Kabinett jetzt verabschiedete.
Fragt sich, wie wir Europäer nur so lange unsere Flughäfen unbesetzt halten konnten, ohne so ein ausdrückliches Gesetz.
„Das Gesetz dient vor allem dem Zivilrecht, denn das Strafrecht macht eine Verfolgung solcher Delikte bereits möglich, schon allein durch die Antiterrorismusgesetze,“ sagt der stellvertretende Direktor des Suvarnabhumi Flughafens Wing Commander Prateep Wichittoe.
Mit dem Gesetz sollen aber auch die Sicherheitsdienste gestärkt werden, denen es dann erlaubt sein wird, potentielle Besetzer zu vertreiben und nicht erst das Eintreffen der Polizei abzuwarten.

From Aufstand

Wir erinnern uns: Im Oktober und November des vergangenen Jahres hatte die People`s Alliance for Democracy (PAD) acht Tage lang den Internationalen Flughafen von Bangkok besetzt und damit Investoren und Touristen gleichermaßen verschreckt. Die Bank of Thailand schätzt den enstandenen Schaden auf mehr als 200 Milliarden Baht. Allein die Fluggesellschaft Thai Airways verzeichnete Verluste in Höhe von 20 Milliarden Baht. Zehn Tage blieb der Flughafen damals geschlossen, Hundertausende Touristen saßen in Bangkok fest.

From Aufstand

Viele Industriezweige wurden hart durch die Besetzung getroffen, allen voran die Hersteller tiefgefrorener Lebensmittel und die Elektronikbranche.
In vielen Staaten wurde zudem Kritik wegen der schwachen Sicherheitsvorkehrungen laut, denn die Protestler hatten schon im August die Flughäfen von Phuket und Hat Yai besetzt.
Gut für die Touristen: Mit der neuen Gesetzesvorlage, die noch im Parlament verabschiedet werden muss, kann der Flughafenbetreiber AOT jetzt endlich auch gegen die illegalen Tour-Guides und Taxis auf dem Flughafengelände vorgehen.

From Aufstand

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3
Dez
2008

Zum Kaffee bei den Aufständischen – Feierabend

Aus! Fertig! Vorbei! Die PAD gibt ab heute alle Besetzungen und Proteste auf. Die Flughäfen sind wieder frei.
Warum auf einmal so plötzlich? Na, weil das Oberste Gericht beschlossen hat, dass sich drei Regierungsparteien, darunter auch die People Power Party (PPP) von Premier Somchai, während des Urnengangs im vergangenen Jahr des Wahlbetrugs schuldig gemacht haben. Die PAD gibt jetzt bekannt, dass sie ihr Ziel erriecht hat –Somchai ist nicht mehr Premier- und deswegen alle Proteste beendet würden. Schon in der vergangenen Woche gab es ja Gerüchte über eine geheime Absprache zwischen Gericht und PAD, dass die Flughäfen wieder verlassen würden, sollte das Gericht schnell die richtige Entscheidung treffen. Und so war es dann ja tatsächlich auch. Das Ausmaß der Mauschelei in diesem Land ist halt immer wieder unglaublich. Aber immerhin: Die Flughäfen sind frei, der ständige Ausnahmezustand ist vorbei.
Ich hatte ja schon seit dem Wochenende auf diesen Ausgang getippt, weil es die einzige denkbare Lösung gewesen war, wie das Land ohne Blutvergießen wieder halbwegs in die Normalität zurükkehren konnte. Diesen Horizont hatten aber nicht alle. Spiegel-Online, die ja sowieso immer gerne alles am „eskalieren“ sehen, titelte deswegen auch nach dem Verfassungsgerichtsurteil „Eskalation im Machtkampf“, wobei das Urteil ja eigentlich das langsame Ende der Proteste einläuten würde.
Seit heute fliegen also wenigstens wieder die Frachtmaschinen. Aber –und auch das habe ich vorhergesagt- wird es mindesten noch eine Woche dauern, bis der Flughafen auch für den Passagierverkehr wieder geöffnet werden kann. Genauer gesagt bis zum 15. Dezember. Allerdings muss er Flughafenbetreiber AOT erst mal die Schäden an den Einrichtungen abschätzen. Denn wer mal durchs Government House gegangen ist, weiß, dass da, wo die PAD als Besetzer zugegen war, doch alles anders aussieht als vorher.
Mittlerweile sitzen schon 200.000 Touristen hier fest. Von der Khao San Road fahren die Airport Shuttles jetzt zum Miliärflughfaen südlich von Pattaya. Von dort gingen wohl ein paar Flüge in den vergangenen Tagen. Sehr flexibel.

350 Millionen Baht (etwa 8 Millionen Euro) hat den Flughafen die PAD als Gast im Haus gekostet. Weitere 25 Millionen Baht dürften wegen der betroffenen Dienstleister anfallen.
Jetzt ist also wieder „Frieden“ im Land. Was hat`s gebracht? Thailand hat jetzt statt eines Reisezieles für Familien und Ökotouristen den Ruf einer Bananenrepublik, bei der es nie sicher ist, ob man nicht plötzlich inmitten eines Bürgerkrieges steht und nicht mehr nach Hause kommt.
Wohl 1 Million Angestellte in der Tourismusbranche werden ihren Job verlieren, die Besucherzahlen um die Hälfte einbrechen. Die Hauptsaison in diesem Jahr können sich die Thais auf jeden Fall abschminken.
Und für die Thais – was hat`s gebracht? Dutzende Menschen sind erschossen oder von Bomben und Granaten zerissen worden, Hunderte verletzt und für den Rest ihres Lebens Krüppel.
Die „Revolution“ hat nicht stattgefunden. Die PAD stellt die Kampfhandlungen erst mal ein, droht aber damit, wieder auf der Bühne zu erscheinen, sollte es nötig werden.
Das könnte es schon am 8. Dezember. Denn die Regierungspartei PPP ist zwar aufgelöst, aber das trifft deren Abgeordnete kaum überraschend: Die Gründung einer Ersatzpartei mit Namen „Püa Thai“ – „Für Thailand“ ist schon vorbereitet. Die Abgeordneten der PPP werden also in den nächsten Tagen geschlossen in die neue „Püa Thai“ eintreten und dann am 8.Dezember einen neuen Premier wählen.
Genau so war es ja schon nach dem Verbot der „Thai Rak Thai“ Partei gewesen. Jetzt ist es die PPP und morgen die „Püa Thai“.

Aber das kann man in Thailand auch machen. Hier ist es nicht selten, dass sich die Menschen einen neuen Vornamen geben lassen, wenn ihnen der alte kein Glück gebracht hat.

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2
Dez
2008

Traumberuf „Gestrandeter Tourist“

Manchmal muss man auch aus der Not eine Tugend machen. Derzeit erhalten alle Touristen, die wegen der Flughafenbesetzung in Thailand festsitzen 2000 Baht (etwa 45 Euro) am Tag als Entschädigung. Das ist ein Haufen Holz, wenn man bedenkt, dass er handelsübliche Thai in einem Dienstleistungsberuf in der Regel gerade mal etwas mehr als 200 Baht Tag verdient.

Warum also der Stress mit dem Heimflug. Warum nicht einfach spontan den Chef in Germanien anrufen und mal einen Monat unbezahlten Urlaub nehmen. Mit dem Geld kann man sich ein nettes Zimmer im Guesthouse nehmen, dreimal am Tag gut essen, ordentlich einen trinken und einmal schlecht pimpern. Oder man kann sich ein Zimmer nehmen und einmal gut pimpern. Oder man kann sich ein gutes Zimmer nehmen und dann einmal gut essen. Oder man kann einmal gut pimpern, einen trinken und dann auf der Straße schlafen. Oder man kann sich ein gutes und ein schlechtes Zimmer nehmen (warum auch immer). Oder man kann... aber das findet jeder für sich selber raus.

Ich überlege mir jetzt, ob ich nicht auch „Gestrandeter Tourist“ werden will. Dann würde ich weiter bei mir daheim wohnen, nicht pimpern und weiter meine zwei Nudelsuppen am Tag essen (2 mal 25 Baht = 1 Euro). Wenn der Flughafen dann noch bis Januar besetzt bleibt, hätte ich einfach mal so 1300 Euro verdient – steuerfrei. Und wer sagt, dass man als gestrandeter Tourist in Bangkok stranden muss und nicht auch mal wirklich am Strand stranden kann.

Aber ich bin ja kein Tourist.

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1
Dez
2008

Zum Kaffee bei den Aufständischen – PAD gibt Government House auf

Eben gerade um 14:00 Bangkoker Zeit (8 Uhr deutscher Zeit) Suchart Srisai, ein Offizieller der Dharma Army der buddhistischen Santi Asoke Sekte, auf der Bühne im besetzten Government House bekannt gegeben, die PAD werde die Besetzung des Regierungsgebäudes aufgeben. Die PAD-Anhänger sollten ihre Habe zusammen sammeln, noch mal für Fotos als Souvenir posieren und dann die Besetzer der Flughäfen verstärken.
Damit ist eine friedliche Räumung der Airports in noch weitere Ferne gerückt als ohnehin. Ob Suvarnabhumi und Don Muang in diesem Jahr überhaupt noch einmal den Betrieb aufnehmen können ist da die Frage.
Denn selbst wenn die Flughäfen morgen gewaltsam geräumt würden, würde es doch wohl mindestens eine Woche dauern, bis der Flugbetrieb wieder regulär aufgenommen werden kann. Zudem wurde gestern gesagt, dass es wohl mindestens einen Monat dauern würde, um die 100.000 Touristen auszufliegen, die derzeit auf ihren Rückflug warten. Und jeden Tag kommen weitere 30.000 hinzu, die ebenfalls die Heimreise antreten wollen. Von etwaigen Zerstörungen bei der Räumung ganz zu schweigen.

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Zum Kaffee bei den Aufständischen - PAD greift Journalisten an

Wenn man meint die People`s Alliance for Democracy wäre mit ihrer Besetzung des Regierungssitzes und der beiden Bangkoker Flughäfen schon so demokratisch, dass es demokratischer gar nicht mehr geht, dann setzt sie trotzdem noch einen drauf:

Gestern wären um ein Haar ein Sendetechniker und sein Fahrer des Senders TNN am Suvarnabhumi Flughafen erschossen worden, weil sie sich verfahren hatten. Ihr Pickup hatte die Logos der Sendeanstalt auf den Seiten und einen Mikrowellensender auf der Pritsche und trotzdem schlug ihnen ein Kugelhagel entgegen, als sie nach dem Weg fragen wollten.

Die PAD fotografiert sowieso alle Reporter und „rät“ ihnen, nur positive über die Protestbewegung zu berichten.

Der Reporter der Zeitung „Ban Muang“, Natthawut Karanyasophon, wurde von der PAD aufgefordert, sein weißes T-Shirt mit dem Aufdruck „Stop Violence – Stoppt die Gewalt“ auszuziehen. Nach Auffassung der PAD treffe die Aussage nicht zu, denn nur die PAD würde unfair behandelt. Die thailändische Jounalistenvereinigung hatte ausdrücklich dazu aufgerufen, bei der Berichterstattung dieses Hemd zu tragen, um zu einem Ende der Gewalt aufzurufen.
Bereits am Samstag war eine Reporterin gezwungen worden ihr T-Shirt mit der selben Aufschrift auszuziehen.

Einer der Führer der PAD, Somkiat Pongpaiboon, sagte seine Anhänger führten keine tödlichen Waffen und die Waffenkontrollen würden genauestens durchgeführt.
Dann frage ich mich allerdings, woher die Löcher in dem TNN-Pick-Up kommen und was ds dann für Geräte sind, die auf diesem Video so laut knallen.

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30
Nov
2008

Zum Kaffee mit Blaulicht bei den Aufständischen in Bangkok

Hätte ich gestern nicht schon meinen kleinen Privateinsatz gehabt und beschlossen, wegen meiner Erkältung nicht zum Rettungsdienst zu gehen, dann hätte ich heute einen Blog-Eintrag tippen können, mit dem ich gleich zwei Rubriken abgearbeitet hätte: „Zum Kaffee bei den Aufständischen“ und „Mit Blaulicht durch Bangkok“.
Denn gestern gab es genau zu meiner Dienstzeit und in meinem Dienstbezirk einen Granatwerferangriff auf die Aufständischen im besetzten Government House. 50 Leute wurden verletzt vier davon schwer. Auch in der Phra Athit Road (beim Happy House um die Ecke) hat es wieder eine Explosion gegeben und auch am nördlichen Don Muang Airport.
Mit dem Granatwerferanschlag begreifen die PAD-Anhänger jetzt aber hoffentlich bald, dass die lustigen Zeiten mit Gitarrenmusik auf der Bühne, Volkfeststimmung, Plastikhändeklatschen und Großstadtabenteuer zu Ende sind und sie stattdessen mit ihrer Besetzungsstrategie den Volkzorn auf sich lenken und einen blutigen Bürgerkrieg vom Zaun brechen.
Aber von Einsicht war heute morgen in der Presse nichts zu lesen. Im Gegenteil: Die PAD-Führung kündigte an, auch den Seehafen besetzen zu wollen, falls die Regierung nicht zurücktritt. Von einem Ende der Krise und der Flughafenbesetzungen gibt`s auch heute wieder keine Spur.
Langsam glaube ich, dass ich mich auf den Weg machen sollte, wenn ich Weihnachten in Deutschland sein will. Kennt jemand einen für Anfänger geeigneten Pfad durch den Himalaya?
Technorati:

PAD macht 1 Million Menschen arbeitslos

Meine Prognose von gestern war gar nicht mal so schlecht. Heute gibt auch der stellvertretende Premierminister Olarn Chaipravat bekannt, dass in diesem Jahr wegen der Flughafenbesetzungen durch die People`s Alliance for Democracy (PAD) nur noch mit 13,5 Millionen statt wie im letzten Jahr 14,5 Millionen Besuchern gerechnet werden könne. Im kommenden Jahr könnten nur noch zwischen 6 und 7 Millionen Touristen Thailand besuchen. Dadurch würden 1 Million Menschen arbeitslos. Aber wie schon gestern erwähnt:

„Es ist unwahrscheinlich, dass es die Anhänger der PAD besonders hart trifft, denn die stammen meist aus der wohlhabenden Mittelschicht und haben es kaum nötig für 90 Euro im Monat Kopfkissen im Hotel aufzuschütteln.“

Technorati:

29
Nov
2008

Thailand macht sich lächerlich

Man ist ja fast geneigt zu sagen: Typisch Thai. Wenn es gilt sich zu entscheiden, zwischen zwei unangenehmen Wahrheiten, dann macht man lieber nichts, geht mal `ne Runde schlafen oder was essen und denkt nicht mehr dran.
Ungefähr so scheint auch die Regierung und das Militär die Situation derzeit zu handhaben.
Die Polizei gibt dabei noch die albernste Figur ab: Gestern hatte sie versprochen den Flughafen ohne Anwendung von Gewalt räumen zu wollen. Das wird die PAD-Besetzer aber schwer beindrucken, wenn da die Hundertschaften der Polizei anrücken und wie wild mit Wattebäuschen um sich schmeißen.
Heute hat die PAD zudem die Polizei gezwungen, ihre Checkpoints an den Zufahrtstraßen zum Flughafen aufzuheben, mit denen eigentlich verhindert werden sollte, dass weitere PAD-Anhänger zu den Flughäfen strömen. Und heute hat die PAD auch einen Polizeimajor festgenommen und vehört. Nach dem Verhör hat ein PAD-Führer entschieden, dass der Beamte erst mal weiter in PAD-Haft zu bleiben hat. Hört sich ein bisschen nach verkehrter Welt an, oder?

Die PAD kann derzeit im Land offenbar schalten und walten wie sie will. Und das tut sie auch völlig ohne Rücksicht auf etwaige Kollateralschäden. So hängen derzeit 3000 Reisende am Flughafen fest, insgesamt konnten 100.000 Menschen ihre geplante und vor allem bezahlte Reise nicht antreten. 5000 thailändische Moslems, die auf dem Weg zur Pilgerfahrt nach Mekka waren, wofür die meisten ein halbes Leben gespart haben, stecken am Flughafen fest. 1200 Deutsche haben ihre Reise nach Thailand jetzt gestrichen. Wenn jeder dieser deutschen Urlauber nur 700 Euro im Land gelassen hätte, wären das 400 Jahresgehälter eines thailändischen Angestellten.

Die Tourismussaison ist auf dem Höhepunkt, aber Thailand ist derzeit so unerreichbar wie der Mond (es sei denn man nimmt sich 4 Wochen Zeit und kommt mit dem Schiff). Normalerweise besuchen 13 Millionen Reisende jedes Jahr Thailand. In diesem Jahr dürften es deutlich weniger werden. Der bedeutenste Wirtschaftzweig Thailands ist damit geknickt, was für viele der Angestellten im Gastronomie-, Hotel- und Dienstleistungsgewerbe nach den Jahren mit Tsunami und Militärputsch ein weiterer derber finanzieller Rückschlag ist. Dabei ist es unwahrscheinlich, dass es die Anhänger der PAD besonders hart trifft, denn die stammen meist aus der wohlhabenden Mittelschicht und haben es kaum nötig für 90 Euro im Monat Kopfkissen im Hotel aufzuschütteln.
Die Untätigkeit der Regierung bedeutet aber nicht, dass jetzt einfach nichts pssiert und alles gelähmt aber friedlich bleibt. Mitnichten! Denn der Zorn in der Bevölkerung über die Arroganz der PAD wächst. Die Anhänger der Regierung, die sogenannten „Roten Hemden“ werden das nicht mehr lange hinnehmen und dann die Sache in die eigene Hand nehmen. Und statt einer geordneten Polizeiaktion oder einem kontrollierten Militärputsch hätten wir dann den offenen Bürgerkrieg. Und dann ist aber was gewonnen.

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Pratu Namo

PRATU NAMO

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