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21
Mai
2009

Obacht, Südostasien!



Manchmal nerven mich die Leute einfach. Eine dumme Bemerkung, blöde Fragen, im Restaurant bekommt man das Essen, das man nicht bestellt hat und am aufgebrachtesten bin ich, wenn das Bier zu warm ist, oder noch schlimmer: kein Bier mehr da ist.

Dabei wissen die Leute um mich herum offenbar nicht, mit wem sie sich anlegen.
Ich habe nämlich das Potential nicht nur mein Gegenüber zu vernichten, sondern darüber hinaus ganz Bangkok auszulöschen und weite Teile Südostasiens für Generationen unbewohnbar zu machen.
Glaubt ihr nicht? Dabei ist es ganz einfach und schon lange bekannt: Ich bin in der Lage Energie zu erzeugen die meiner Masse mal der Lichtgeschwindigkeit zum Quadrat entspricht (E=mc²).
Das bedeutet, dass ich bei meinem derzeiten Gewicht 7 mal 10 hoch 18 Joule freizusetzen vermag.
Im Video: Die größte jemals entwickelte Wasserstoffbombe RDS-220 "Tsar", die am 30. Oktober 1961 im Novaya Zemlya Archipel zur Detonation gebracht wurde. "Tsar" hatte eine theoretische Sprengkraft von 100 Megatonnen, was 20 mal mehr ist als alle im zweiten Weltkrieg verwendeten Sprengstoffe inklusive der beiden Atombomben, die auf Hiroshima und Nagasaki bgeworfen wurden.
Umgerechnet habe ich also eine nukleare Sprengkraft von mehr als 1500 dieser "Tsar"-Bomben, die ich notfalls auch bereit bin einzusetzen.

Wie genau das geht sage ich an dieser Stelle mal lieber nicht, rate aber allen meinen Mitmenschen, mich lieber mit freundlicher Zuvorkommenheit zu behandeln.
Ende der Durchsage.

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20
Mai
2009

Multinational

Mein bisweilen doch recht aktiver Lebenswandel bringt es mit sich, dass ich jede Woche hunderte neue Leute kennen lerne. Der Einstieg in den Small Talk ist dabei simpel: „Where are you from?“
Banal aber wirksam – bei den meisten zumindest. Bei mir allerdings nicht. Denn ich komme jeden Tag aus einem andeen Land und bin dann auch so. Vorgestern war ich beispielsweise Westafrikanerin gestern dafür fast schon zu enlisch.
An Sonntagen bin ich immer Brasilianerin, weil ich da meine Tanzshow habe. Alle drei oder vier Wochen bin ich auch mal deutsch, aber selten länger als eine Stunde und dann eher brandenburgisch oder sächsisch, weil ich die Leute von dort sehr nett finde.

An manchen Tagen sitze ich auch in der Funktion als Afro-Amerikanerin mit den Rastafaris aus Brooklyn zusammen und zetere darüber, dass in der Bronx an jeder Ecke ein Schnapsladen ist.

An einem Tag kam ich sogar mal aus Armenien, kann mich aber nicht mehr erinnern aus welchem Grund. Letztes Jahr kam ich übrigens an vier Tagen in der Woche aus Bolivien. Das schlimme daran war, dass es kaum jemals jemand angezweifelt hat.

Ab und an verortet mich jemand auch mal nach New York, vermutlich, weil die meisten New Yorker einen Knall haben und ich gut dahin passen würde. Im Prinzip will ich aber nicht aus de USA kommen, ich kann es nicht leiden, unbeliebt zu sein.

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19
Mai
2009

Mein Bollywood – “Byaar Impossible”



Heute war mein erster Drehtag in der reichlich aufwändigen indischen Produktion “Byaar Impossible”. Ich gebe darin eine amerikanische Studentin an einer kalifornischen Universität. Schauspielerisch ist die Arbeit eher wenig anspruchsvoll. Anstrengend ist aber die Hitze, weil wir heute und in den kommenden Tagen die Auénaufnahmen drehen. Gerade unter den englischen und skandinavischen Statisten hat die knallende Vormittagssonne für erhebliche Hautirritationen gesorgt, auf die in den kommenden Tagen der Verlust durch Schälen der selbigen folgen wird.



„Byaar“ ist Hindi und bedeutet „Liebe“. Der Titel des Machwerks lautet also auf Deutsch „Liebe Unmöglich“





Der Hauptarsteller mit Schirmhalter und Wasserträger

Das Produktionsteam ist für indische Verhältnisse sehr nett. Kein unnötiges Geplärre, kein Rumgeschubse und arrogante Kommentare. Langsam begreife ich auch, das der Erzfeind eines jeden Kameramanns und Regisseurs Fenster und Spiegel sind. Früher habe ich mich immer gefragt, warum die Statisten manchmal hinter der Kamera platziert werden. Mittlerweile weiß ich, dass deren Reflexionen auch in der Kamera zu sehen sind und es Leute gibt, die es sich zum Hobby gemacht haben, Produktionsfehler in Filmen zu suchen und im Internet rauszuplärren.





Kurzes Video vom Dreh: Die Einfahrt der harten Jungs auf den Campus



Gutes Ausleuchten ist das A und O



Das Schönste wie immer zum Schluss: Ich als kalifornische Studentin

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18
Mai
2009

Mit Blaulicht durch Bangkok – Eintreffen an der Einsatzstelle

Gestern war eigentlich recht entspannt. Ich habe meine Ausbildung gehalten und wir waren eigentlich so gut wie durch, dann kam die Meldung von einem Unfall zwischen einem Motorrad und einem Tuk Tuk mit wei Verletzten. Die Anfahrt war ebenfalls entspannt, weil ich alleine hinten auf dem Pick Up sitzen konnte und sogar ein bisschen eingendöst bin. Wie das funktioniert, wenn direkt neben meinem Kopf die Sirene heult, ist mir nicht ganz klar. Wahrscheinlich höre ich die Sirene so häufig, dass ich sie schon nicht mehr wahrnehme. So wie das Ticken einer Uhr.



An der Einsatzstelle war es gewohnt chaotisch, weil drei verschieden Organisationen da waren und jede Menge Leute. Deswegen bin ich nur ein bisschen rumspaziert und habe Bilder gemacht. Hört sich widerwärtig und charakterlos an, aber die anderen Organisationen haben auch immer Fotografen mit dabei.







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17
Mai
2009

Die große Patu Namo „Thai Food Diet“ – Pepper Whoppers

Neulich wurden auf der Khao San Road drei Menschen erschossen und ein Schwedin schwer verletzt. Das passierte vor dem Burger King an der Ecke Khao San/ Thanon Tanao. An dem Abend war ich sogar auch genau da, habe allerdings nichts mitbekommen.
Der Grund: Bei Burgerking gibt es jetzt „Pepper Whopper“ mit echter schwarzer Pfeffersoße. Ich schaffe fünf davon, letzte Nacht sogar sechs. Nick und ich tauchen immer so gegen halb vier Uhr morgens auf.
Geheimtipp: Wenn man den Pepper Whopper aufklappt und mit Chilliesoße verfeinert hört man nicht mal mehr die 9 mm unten auf der Straße.



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Neues aus Bollywood – „Ladyboys! I love you!”

Vierter Drehtag für mich im Film „Saleem“.
Mit der Hauptdarstellerin verstehe ich mich mittlerweile recht gut. Wir haben leider am Morgen wegen des starken Regens den Crewbus verpasst und mussten deswegen mit dem Taxi ans Set fahren. Das ist dummerweise in einer anderen Provinz und die Fahrt hat uns 550 Baht gekostet. Soviel hatte ich noch nie auf dem Taximeter.Trotzdem egal, weil das meine Agentin bezahlt hat.
Mittlerweile habe ich mich sogar an die doch recht üble Mischung aus Hindi und Englisch gewöhnt, mit denen wir unsere Regieanweisungen bekommen. Das Highlight ist immer „Ladyboys! I love you“.
Ladyboys bedeutet nämlich eigentlich: „Ready boys!“ und I love you bedeutet: „All of you!“.
Der Wortschatz während des Drehs ist sowieso recht begrenzt: „Ladyboys, I love you, Taking, Silence, Sound Go, Camera Roll, Action!“.
Damit kommt man schon ziemlich weit als Regisseur in einem Bollywood-FIlm



Das Set



Kamerassistent plus Babyhund



In einer Szene mussten alle Masken tragen



Die Hauptdarstellerin und ich

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15
Mai
2009

Meine Kommune



Ich habe das in der Vergangenheit nicht so durchscheinen lassen, aber ich lebe jetzt seit fast vier Monaten in einer Hippie-Kommune. Und es ist wunderbar!
Ich könnte mir derzeit keine bessere Art des Zusammnelebens vorstellen.
Es ist vor allem die Vielfalt, die uns so stark macht. Meine Mitbewohner kommen aus allen nur denkbaren Ländern: Nepal, Irland, Hongkong, Spanien, Israel, Frankreich, Finnland, USA, Belgien, Mexico, Deutschland, Kongo, Argentinien, Taiwan, Jamaika, England, Panama, Thailand, Liberia, China, Sudan und Brasilien.



Entsprechend international ist der Alltag: Gesprochen wird meistens Englisch, Thai und Französisch. Die Küche ist pure Vielfalt: Gestern gab`s israelisches Hummus, Pizza und dann nachts um drei nochmal sudanesisch.



Gemeinsames Kochen und Essen

Es läuft immer Musik und jeder darf seine Musik auflegen. So hört man also Reggae, dann spanischen Ska, hebräische Volksmusik, kongolesischen Pop und irischen Folk. Letzter wird sogar Live gespielt. Denn überall stehen Musikinstrumente rum und eigentlich sitzen wir fast jeden Abend vor der Tür oder auf dem Dach und machen Musik, wobei ich mich jüngst dem kongoleischen Gesang verschrieben habe ("Sarakeba Yo!").



Entspannung nachdem die Playlist fertiggestellt ist



Live Hip Hop Session

Alle sind unter 35, die meisten aber Mitte 20.
Weil die Leute so unterschiedlich sind, sind die vorhandenen Fähigkeiten und Fertigkeiten unzählbar. Damit wir auch was davon haben gilt die Regel: "Each One Teach One" - Jeder muss den anderen etwas beibringen. Was im Angebot ist steht in großen, bunten Buchstaben an der Wand. Unter meinem Namen steht: "Greman - Thai - First Aid".



So lernt jetzt also ein Franzose von einem Liberianer das Djembe-Trommeln, die Jamaikanerin lernt von der Taiwanesin Mandarin, dafür kriegt die von unserem Argentinier Tango beigebracht. Ich lerne derzeit Hebräisch und Kongoleisch und halte dafür jeden zweiten Montagabend mit großem Zuspruch Erste-Hilfe-Kurse für meine Mitbwohner und unsere Gäste ab.
Und Gäste haben wir viele. Um bei uns zu wohnen braucht es nicht viel. Wer kein Geld hat wohnt und isst umsonst.



Wir trinken wenig, dafür oft und dann viel

Die meisten wohnen immer mal zwei Monate bei uns, sind dann für einen Monat irgendwo und kommen dann wieder. Weil ich permanent dort wohne, gehöre ich somit zum harten Kern - zusammen mit einem Engländer, einer Amerikanerin, einer Taiwanesin ihrem israelischen Freund, einem Nepalesen und einem Hongkong-Chinesen.
Eigentlich gehört zu der Kommune ein Guesthouse, wo man für 100 Baht ein Zimmer kriegt, ein vegetarisches Restaurant und eine Reggaebar. Die Bar wirft derzeit am meisten Gewinn ab. Eigentlich langt es aber nicht. Die Idee mit dem vegetarischen Restaurant haben wir aufgegeben und machen jetzt statt dessen All-You-Can-Eat Parties. Unsere erste Curry-Party war ein voller Erfolg. Heute kommt die All-You-Can Pizza-Party.



Schlafen darf man überall. Die wenigsten Schlafen im Bett, sondern eher zusammen auf der Couch oder dem Fußboden

Bei uns sind die Türen immer offen. Nur wenn mal wieder thailändische Gäste aus der Nachbarschaft kommen fehlen mal ein paar Flip Flops und einmal haben sie ein Handy geklaut.
Gewalt kommt, trotz dass viel Alkohol getrunken wird, selten vor. Einmal hat ein Amerikaner mal einem Kanadier eine Scheuern wollen, allerdings hatte ich die dumme Idee mich dazwischen zu stellen und hab die Ohrfeige statt dessen abgekriegt.



Sie sieht nur uf diesem Bild gefährlich aus. Normalerweise verteilt sie traditionelle chinesische Gratis-Massagen. Gefürchtet sind aber unsere Kung Fu Schaukämpfe, die wir immer beide verlieren

Vorgestern hat mal eine Thai aus Zorn ein Glas auf den Boden geknallt und einmal habe ich einen völlig ausgetickten Spaniers mit einem über dem Kopf geschwungenen Stuhl zum Teufel gejagt.
Aber das sind alles Leute, die nicht zu uns gehören, sondern von außerhalb in die Bar kommen.
Die Diskussion derzeit ist, wieweit für uns öffnen sollen, ohne dass das Konzept ins Wanken gerät und wir plötzlich Leute um uns haben, die unsere Harmonie stören.
Und darum geht`s ja: Harmonie!



Free Hugs

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14
Mai
2009

Willkommen in Bollywood

In Indien werden ja bekanntermaßen tausende Filme pro Jahr produziert. In Indien? Nicht ganz korrekt. Die Inder produzieren vielmehr tausende Filme pro Jahr. Und jede Menge davon in Thailand.
Vor allem weil die Produktionskosten hier recht gering sind, die Infrastruktur aber dafür trotzdem recht gut.
Und weil es für mich ja nie kitschig genug sein kann, sehe ich keinen Grund, warum ich mich für Bollywood nicht auch mal selbst vor die Kamera stellen soll.
Wir haben gestern gedreht und morgen ist schon wieder ein anderer Film dran. Ich spiele darin, wie sollte es anders auch sein, ein Partygirl.







Nur zur Sicherheit, falls es jemand nicht erkannt haben sollte. Das bin nicht ich, sondern ein indischer Filmstar

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4
Mai
2009

Hochzeit im Isaan

Eigentlich seltsam: In einem kleinen 1000-Einwohner-Dorf im armen Nordosten Thailands, dem Isaan, könnte man annehmen, dass das Leben eintönig und langweilig ist. Das ist aber mitnichten der Fall. Im Gegenteil, eigentlich gibt es immer ein „Event“. Die dauern in der Regel immer drei Tage.

Jedesmal wenn ich ins Dorf kommt, steht irgendwas an. Eine Trauerfeier, Einweihung eines neuen Tempelgebäues, ein Konzert, jemand gewinnt im Lotto.

Diesmal war es eine Hochzeit.

Eine thailändische Hochzeit läuft ziemlich genau so ab, wie man es erwarten würde: 300 Leute feiern drei Tage lang. Die Männer sind drei Tage betrunken, die Frauen drei Tage betrunken, kochen aber nebenher. Am eigentlichen Tag der Hochzeit gibt es Berge von laotischem Essen und unendlich viel Schnaps. Dazu Tanz und Karaoke.
Weil ich im Dorf ja doch recht bekannt und angesehen bin, war ich natürlich geladen. Außerdem haben Opor und ich den Blumenschmuck zusammengestellt und ich mir dabei ordentlich in den Finger geschnitten. Und natürlich haben wir die Braut zurecht gemacht.
Check it out:



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Einen abziehen – มันต้องถอน

Einer meiner Hits und eines der meistgespielten Lieder derzeit in Thailand ist der Song „Man Dong Ton“ (มันต้องถอน).
Übersetzt bedeutet das soviel wie „Ich muss einen abziehen“ und der Song handelt tatsächlich vom Sturzbetrunkensein, das man in umgangssprachlichen Thai mit“Ngi Ngi Ngak Ngak“ oder „U U AA“ bezeichnet.
Man muss wohl den normalen Aufbau eines thailändischen Musikvieos kennen, um zu erkennen, dass das Video zu diesem Lied anders ist. Statt hübsche Mädels im Hintergrund synchron und anmutig tanzen zu lassen, sind diee beiden Tänzerinnen betrunken und tanzen entsprechend.

Check it out:



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1
Mai
2009

Schreikrampf

Jede Mutter in Deutschland wuerde sicher einen Schreikrampf bekommen, sähe sie ihren Sprössling mit einer solchen Küchenaxt spielen. In Laos sehen das die Mütter offenbar locker.



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2
Mai
2009

Mit Blaulicht durch Bangkok – Gesichtsverlust

Schon seltsam wie es manchmal kommt. Der Abend war ruhig. Wenn ich es etwas erwartet hätte, dann sicher Zusammstöße zwischen der Polizei, Armee und den Red Shirts.
So hatte ich wenigstens genug Zeit mich, um mich um unsere neue englische Freiwillige zu kümmern und ihr ein bisschen was beizubringen.
Eigentlich war ich mit meinem Stoff an dem Abend schon fast durch. Die Schocksymptomatik und die Maßnahmen bei Intoxikationen sind schon recht langweilig, also klappte ich das Buch zu, klappte ich es aber gleich wieder auf und zeigte ihr noch ein paar Bilder von offenen Frakturen und Amputationsverletzungen.
Zehn Minuten später ging der Funkspruch ein, ein Fahrzeug sei von der Auffahrt zur Rama XIII Brücke gestürtzt. Wir schwangen uns also auf unsere Voraus-Motoräder, fuhren hin und waren die ersten an der Einsatzstelle.
Üble Sache: ein Mann lag auf der Straße, offenbar mit dem Motorrad gestürtzt. Die rechte Seite des Gesichts fehlte, der recht Arm war abgerissen und hing nur noch an einem Muskelstrang, der Stumpf des Oberarmknochens ragte aus dem Oberkörper.
In dem Moment war es gut, dass ich meiner Praktikantin die Maßnahmen zur Schockbekämpfung erklärt hatte. Viel konnten wir zunächst nicht tun, außer Bewusstsein und Kreislauf zu erhalten, verhindern, dass er an seinem Blut erstickt und den Mann davon abzuhalten auf seinen abgerissenen Arm zu blicken. Jemandem die Hand zu halten, in die Augen zu schauen und zu erklären, dass man jetzt für ihn da ist, ist essentiell - aber emotional anstrengend.
Es ist wesentlich einfacher die Wundversorgung zu machen als sich direkt mit dem Patienten und seinem Schicksal auseinanderzusetzen.
Nachdem der Rettungswagen kam und den Patienten in die Klinik transportierte hatte ich einen Moment Zeit mich an der Einsatzstelle umzusehen: Auch wenn der Mann seinen Arm verloren hatte und wohl nie wieder so aussehen wird wie vorher, hatte er es noch besser getroffen als sein Beifahrer. Der war beim Sturz von der Brücke gestürtzt und lag jetzt 15 Meter tiefer mit aufgeplatztem Schädel.

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Thailand rettet Welt vor dem Seuchentod

Erleichtert atmen die Völker der Welt auf, als bekannt wird, dass Thailand wieder einmal unter Beweis stellt, wie progressiv und effizient man hierzulande mit globalen Bedrohungen umzugehen vermag. 5000 Gesichtsmasken sendet die thailändische Regierung jetzt in einem Akt uneingeschränkter Solidarität in das bislang am stärksten von der Schweinegrippe betroffene Mexiko. Ein gewaltiger finanzieller Kraftakt für das von innenpolitischen Krisen zerüttete südostasiatische Land bedenkt man, dass eine Maske im Supermarkt 8 Baht kostet. Insgesammt stemmt die thailändische Regierung damit eine Summe von etwas mehr als 900 Euro – Respekt.

Bereits Anfang der Woche waren Temperaturscanner an Flughäfen in Betrieb genommen worden, mit denen die Körpertemperatur und etwaiges Fieber aller ankommenden Reisenden erfasst werden. Allerdings hat die WHO schon seit der SARS-Seuche bekanntgegeben, dass diese Maßnahme nichts bringt. Jetzt also Gesichtsmasken von denen man weiß, dass gesunde Menschen auch bei einer Grippeepidemie oder –pandemie keine brauchen.

Allerdings stehen die Thais total auf Gesichtsmasken. Jeder Friseur trägt eine während er dem Kunden die Haare schneidet und schon jetzt sieht man deutlich mehr Masken im Alltag ohne, dass auch nur ein Fall von Schweinegrippe in Thailand gemeldet wurde.

Der Absatz von Schweinefleisch ging aber in Thailand bereits deutlich zurück, obwohl ebenfalls von Anfang an klar war, dass das Virus nicht über den Verzehr von Schweinefleisch übertragen werden kann. Überhaupt war man sich zunächst nicht sicher, ob man die Grippe statt „Schweinegrippe“ nicht auch „Mexikanische Grippe“ hätte nennen sollen.

Aber hätten dann die Thais angefangen weniger Mexikaner zu essen? Vermutlich nicht.

Technorati:

Wer auf diesen Nagel tritt…

...dem tut ordentlich die Hacke weh – das kann ich euch sagen. So geschehen bei mir im Tempelbezirk von Vientiane. In Deutschland gibt es bestimmt 350 Verordnunegen und nochmal soviele EU-Richtlinien, die es verbieten, Naegel in ein Pflaster einzubetonieren, auf dem Menschen barfuss laufen. Und das zu Recht.



Technorati:

29
Apr
2009

Die große Pratu Namo „Thai Food Diet“ – Laotisch

Laoten sind wunderbare Menschen, das nur vorneweg. Laotisches Essen ist allerdings für den westlichen Magen gewöhnungsbedürftig. Menschen, denen schon thailändisches Esen nicht bekommt, werden im ländlichen Laos wohl verhungern.
Gegessen wird hauptsächlich Klebreis. Dazu gibt es dann verschiedenen Gerichte, die allerdings meist aus Innereien, Kräutern, Zwiebeln, Knoblauch und Chillies bestehen. In der Nudelsuppe treibt zähes Rindfleisch und Rinderdarm, dazu gibt es Leberpaste. Wer will kann auch pures Schweinefett zum Reis haben. Oder aber Som Tam – Papayasalat. Der wird allerdings mit einer Sosse aus vergorenen und angerottetem Fisch gewürzt.
Weil ich ja oft in den Isaan reise, wo die Bevölkerung ethnisch laotisch ist, bin ich das Essen einigermassen gewöhnt, solange ich den Innereien nicht anmerke, dass sie welche sind.



Laotische Wurst – in Bananenblatter eingewickelt ist die Wurst einigermassen haltbar. Allerdings findet sich in dem Bananenblattbündel nach dem auswickeln ein gerademal daumengrosses Stück Wurst aus fast purem Schweinefett

Technoart:

Fisherman’s Girlfriend

Jedes Jahr, wenn die Reisernte eingefahren ist, und die Trockenzeit die Kanäle und Teiche in den Reisfeldern des Isaan soweit ausgetrocknet hat, dass man nur noch bis zur Brust im Wasser steht, ist im Isaan Badesaison. Und weil Baden alleine nicht satt macht, werden dabei eben halt noch Fische gefangen.



Die Frauen tun dies meist mit horizontalen Netzen, die sie für einige Minuten im Wasser versenken und die dann zügig wieder an die Oberfläche geholt werden.





Grosse Fische sind nie dabei – die meisten sind gerade mal daumengross.





So gross müssen sie ja aber auch nicht sein, denn sie werden ohnehin zu stinkendem Pla Rah vergoren, der Fischsosse des Isaan, mit der dann der traditionelle Papayasalat “Som Tam” gewürzt wird.

Die Männer betreiben den Fischfang sogar noch ausgefeilter. Sie sperren einfach einen Teil des Kanals ab und klauben dann per Hand alle Fische auf.









Pro Fisch ein Schaps – so wird es schon seit Jahrmillionen im Isaan gehandhabt

Und das Schoenste wie immer zum Schluss:



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27
Apr
2009

Der Hahn im Korb

Die Frage, ob es immer so gut ist, der Hahn im Korb zu sein, kommt einem sicherlich am ehesten bei der Betrachtung des folgenden Bildes in den Sinn:



Technorati:

26
Apr
2009

Dreckfresse…

…wuerden sicher manche sagen, wenn sie mich so sehen wuerden. Und im Prinzip hatten sie damit sogar recht, denn was ich da im Gesicht trage, ist waschechter Schlamm. Und damit bin ich nicht allein: In dem Dorf im Isaan, in dem ich die letzten Tage mein Unwesen getrieben habe, tun das alle Frauen. Macht weiche Haut und schuetzt for der Sonne. Scheisse sieht man damit trotzdem aus und das Konzept ist mir auch noch nicht ganz klar. Muss ich wirklich jeden Tag 8 Stunden Matsch im Gesicht tragen um ab und an mal 3 Stunden gut auszusehen. Ich weiss ja nicht.





Technorati:

14
Apr
2009

Doctor Dengue, der Master of Pasta

Einer meiner besten Freunde hier in Bangkok ist bestimmt Nick alias Doctor Dengue. Ein Engländer, der wie ich in unserer Stammkneipe auf dem Wall of Fame vertreten ist. Außerdem pflegt er eine Leidenschaft für ausgefallenen Kopf- und Brillenschmuck (siehe Bild).
Wir hatten in den letzten Wochen in unserem Freundeskreis eine Denguefieberepidemie und alle drei Tage wurde jemand anderes mit Dengue ins Krankenhaus eingeliefert. Eine Finnin landete sogar auf der Sterbestation eines Regierungskrankenhauses, allerdings nur, weil sie kein Geld hatte um die Ärzte zu bezahlen und dort sind die Betten umsonst.
Was mich richtig ärgerlich gemacht hat, war die Tatsache, dass sich alle bei beginnender Krankheit bei einem niedergelassenen Arzt auf Dengue hatten testen lassen und alle mit der Diagnose einer schweren, aber üblichen Grippe heimgeschickt wurden.
Erst Nick stellte dann von seinem Stammplatz an der Theke aus die richtige Diagnose – und lag in allen Fällen richtig. Allerdings könnte man zu Nick auch mit einem abgeschossenen Bein oder einer schlechten Tätowierung kommen und er würde einen mit der Diagnose „Dengue“ ins Krankenhaus schicken.

Ab und zu aber eigentlich immer gibt es bei uns in der Bar Essen umsonst. In einer riesigen, rechteckigen Schüssel gibt es dann Pasta. Um möglichst viel abzubekommen braucht es aber die richtige Nudelwickeltechnik, um auch was abzubekommen. Nick, in seiner Funktion als Master of Pasta, lehnt sich meist schon satt zurück, während andere noch mit der ersten Gabel kämpfen.

Außerdem verteidigt mich mit dem hauseigenen Baseballschläger bis auf`s Blut wenn auch nur einer aus Versehen an meinen Hintern packt. Außerdem ist er einer von zwei Freunden, denen es nichts ausmacht, wenn ich ihnen im Vorbeigehen ein zu meiner eigenen Unterhaltung ein paar Brusthaare ausreiße.

Sojemand muss man einfach gernhaben.



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Pratu Namo

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