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Isaan Country

4
Mai
2009

Hochzeit im Isaan

Eigentlich seltsam: In einem kleinen 1000-Einwohner-Dorf im armen Nordosten Thailands, dem Isaan, könnte man annehmen, dass das Leben eintönig und langweilig ist. Das ist aber mitnichten der Fall. Im Gegenteil, eigentlich gibt es immer ein „Event“. Die dauern in der Regel immer drei Tage.

Jedesmal wenn ich ins Dorf kommt, steht irgendwas an. Eine Trauerfeier, Einweihung eines neuen Tempelgebäues, ein Konzert, jemand gewinnt im Lotto.

Diesmal war es eine Hochzeit.

Eine thailändische Hochzeit läuft ziemlich genau so ab, wie man es erwarten würde: 300 Leute feiern drei Tage lang. Die Männer sind drei Tage betrunken, die Frauen drei Tage betrunken, kochen aber nebenher. Am eigentlichen Tag der Hochzeit gibt es Berge von laotischem Essen und unendlich viel Schnaps. Dazu Tanz und Karaoke.
Weil ich im Dorf ja doch recht bekannt und angesehen bin, war ich natürlich geladen. Außerdem haben Opor und ich den Blumenschmuck zusammengestellt und ich mir dabei ordentlich in den Finger geschnitten. Und natürlich haben wir die Braut zurecht gemacht.
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28
Apr
2009

Fisherman’s Girlfriend

Jedes Jahr, wenn die Reisernte eingefahren ist, und die Trockenzeit die Kanäle und Teiche in den Reisfeldern des Isaan soweit ausgetrocknet hat, dass man nur noch bis zur Brust im Wasser steht, ist im Isaan Badesaison. Und weil Baden alleine nicht satt macht, werden dabei eben halt noch Fische gefangen.



Die Frauen tun dies meist mit horizontalen Netzen, die sie für einige Minuten im Wasser versenken und die dann zügig wieder an die Oberfläche geholt werden.





Grosse Fische sind nie dabei – die meisten sind gerade mal daumengross.





So gross müssen sie ja aber auch nicht sein, denn sie werden ohnehin zu stinkendem Pla Rah vergoren, der Fischsosse des Isaan, mit der dann der traditionelle Papayasalat “Som Tam” gewürzt wird.

Die Männer betreiben den Fischfang sogar noch ausgefeilter. Sie sperren einfach einen Teil des Kanals ab und klauben dann per Hand alle Fische auf.









Pro Fisch ein Schaps – so wird es schon seit Jahrmillionen im Isaan gehandhabt

Und das Schoenste wie immer zum Schluss:



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27
Apr
2009

Der Hahn im Korb

Die Frage, ob es immer so gut ist, der Hahn im Korb zu sein, kommt einem sicherlich am ehesten bei der Betrachtung des folgenden Bildes in den Sinn:



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26
Apr
2009

Dreckfresse…

…wuerden sicher manche sagen, wenn sie mich so sehen wuerden. Und im Prinzip hatten sie damit sogar recht, denn was ich da im Gesicht trage, ist waschechter Schlamm. Und damit bin ich nicht allein: In dem Dorf im Isaan, in dem ich die letzten Tage mein Unwesen getrieben habe, tun das alle Frauen. Macht weiche Haut und schuetzt for der Sonne. Scheisse sieht man damit trotzdem aus und das Konzept ist mir auch noch nicht ganz klar. Muss ich wirklich jeden Tag 8 Stunden Matsch im Gesicht tragen um ab und an mal 3 Stunden gut auszusehen. Ich weiss ja nicht.







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13
Dez
2008

Isaan Country – Bauernfrühstück

Bauernfrühstück. Das bedeutet im deutschsprachigen Kulturkreis Brot, Speck, Käse. In Thailand gibt es ja ursprünglich sowas aber nicht – vor allem nicht im Isaan auf dem Land. Hier gibt es Hühner-Eintopf. Den nenne ich mal so, weil da wirklich alles von einem Huhn drin ist. Auch die Füße und die Innereien. Und natürlich gibt es Som Tam – Papayasalat. Gnadenlos scharf aber immer wieder gut.Dazu alles was grün ist und am Wegrand wächst.



Zum Einstimmen: Der eiserne Büffel. Ein Allzweckgerät, das Traktor, Auto, Stromerzeuger und vieles mehr sein kann. Die Verwendungsmöglichkeiten sind fast unbegrenzt.



Darf nie fehlen. Chillies in rauen Mengen. Im Isaan wird wohl der Papayasalat am schärfsten in ganz Thailand gegessen.



Typisch Isaan: Kaao Niao – Klebreis. Im Nordosten Thailads ist man ja mit den Fingern. Der Klebreis hilft dabei. Man nimmt sich einen Klumpen Klebreis und hält in in der linken Hand. Mit der Rechten nimmt man sich dann immer mundgerechte Stücke davon weg, die man dann zusammen mit dem eigentlichen Gericht in den Mund schiebt. Der Klebreis dient dabei auch als eine Art Löffel. Und mit den Fingern essen will gelernt sein. In der ersten Zeit habe ich immer ausgesehen wie ein Dreijähriger beim Spaghettiessen.



An dieser Stelle wird es jetzt stinkig. Die thailänische Küche schmeckt zwar hervorragend, aber manchmal riecht sie doch sehr streng. Die Fischsoße (links) ist für viele Europäer schon unerträglich, aber die „Pla Ra“-Soße (rechts) ist einfach nur grauenhaft. Vergorener oder eher angerotteter Fisch als Soße. Die Würze des Isaan. Selbst Thais aus Bangkok kriegen nach dem Verzehr bisweilen Magenkrämpfe. Ich hab kein Problem damit, aber an der Flasche riechen würde ich auch nicht.



Das Schönste wie immer zum Schluss: Lao Kaao – Reisschnaps. Brutales Zeug, wenn man es pur trinkt. Auch die Reisbauern des Isaan müssen da mit einem großen Schluck Wasser nachspülen. Auf Mor Lam-Tanzfesten wirkt dieser Schnaps immer Wunder bei mir. Sagt man. Denn ich kann mich nicht dran erinnern.
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26
Nov
2008

Isaan Country – Video: Die Reisernte

So, zu meinem heutigen Wiegenfest schenke ich mir selber mal ein Video, dass ich eigentlich ganz gerne mag, weil`s ne gute Zeit war: Ich bei der Reisernte.
Ich bin ja neulich schon mal im Detail darauf eingangen, deswegen bleibt jetzt nichts anderes als zu sagen: Film ab!



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24
Nov
2008

Was mich an Thailand nervt – Keiner kann was

Das ist sicher etwas sehr polemisch ausgedrückt. Richtiger wäre vielleicht: Keiner macht was richtig.

Warum das so ist, weiß ich nicht genau, aber es hat sicher damit z tun, dass die Leute hier (zumindest in Bangkok) einfach nicht zuhören und fahrig sind. Vielleicht gehört das einfah zum Großstadt-Syndrom mit dazu: Stress, Hektik, Oberflächlichkeit. Auf dm Land fällt mir das nämlich eigentlich nicht auf.

Schon so oft hat mich der Taxifahrer in die völlig falsche Ecke Bangkoks gefahren, weil er, während ich die Adresse genannat habe, mit seinem Kumpel telefoniert hat und das Radio geplärrt hat.

Wenn ich im 7/11 Zigaretten kaufen gehe, dann sage ich zur Verkäuferin: „LM Kiao Light“ sie wiederholt „LM Däng“ und gibt mir dann auch entsprechend die falsche Packung. Ich korrigiere „LM Kiao Light“ und sie wiederholt „LM Light“ und gibt mir wieder die entsprechenden Zigaretten. Selbst, wenn ich jemanden Zigaretten holen schicke und ihm das alte Päckchen mitgebe, ist ein Erwachsener nicht in der Lage die gleiche Schachtel zu kaufen. Da geht es dann nicht mehr um Phonetik, sonern Aufmerksamkeit.

Ich gebe eine Hose in die Reinigung und weise darauf hin, dass die Hose an sich sauber ist, aber nur einen Fleck hat, der bitte z entfernen ist. Ich bekommen die Hose nach einer Woche wieder und sie ist so knüppelhart gestärkt, dass ich eine Tür damit aufbrechen könnte, aber der Fleck ist noch drin.

Ich habe eine neue Uniform bekommen und es müssen die Abzeichen auf die Schultern genäht werden. Am Straßenrand sitzt immer eine Schneiderin und ich gebe ihr die Uniform. Sie lacht mich noch aus, weil ich mich schwer tue die dicken Aufnäher an die Uniform zu heften. Immerhin tue ich das aber richtig rum – sie näht sie dafür später verkehrt herum auf. Ein aufmerksamer Blick hätte genügt, um zu erkennen, dass die Schrift verkehrt herum ist.

Es gibt so viele Beispiele. Von den ganzen Suppen, die mit Hackfleisch und gelben Nudeln bestellt waren und dann Hühnchen mit Reisnudeln bekomme, von großen Bieren, die zu kleinen wurden will ich gar nicht erst anfangen.

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23
Nov
2008

Isaan Country – Reisernte



Bangkok ist eine Weltstadt. Groß, stinkig, dreckig, künstlich, hektisch, oberflächlich, arrogant. Da bekommt man schnell mal einen Knall und erlich gesagt, war ich kurz davor auch einen zu bekommen – zusätzlich zu dem, den ich ohnehin schon habe.

Ich bin aber in der glücklichen Situation, dass ich merke, wenn ich einen Hau wegbekomme. Und letzte Woche war es soweit. Und wenn man merkt, dass man bald nicht mehr alle Tassen im Schrank haben wird, dann muss man halt sein Heil in der Flucht suchen. Irgendwohin wo es nicht groß, stinkig, dreckig, künstlich, hektisch, oberflächlich und arrogant ist.

Im Isaan ist jetzt zum Glück die Zeit der Reisernte. Die perfekte Gelegenheit, in Ruhe bei harter Arbeit abzuschalten. Andere Leute gehen zwei Wochen ins Kloster, ich hänge mir halt die Sichel über die Schulter, ziehe die Gummistiefel an und gehe aufs Feld von Opors Tante.



Das schöne beim Reisernten ist ja, dass man einfah so vor sich hinarbeitet, den Rücken gebeugt und nur von einem Halm zum nächsten denken muss. Dann kommt meine Freundin Opor vorbei, bringt mir eine Schale Wasser und auf einmal merkt man, dass man in der Mitte von nirgendwo ist. Hinter uns alles umgemäht und links und rechts von mir fressen sich die anderen Erntehelfer durch den Reis wie Raupen durch ein Salatblatt.



Ich und Opors Opa auf dem Feld

Die Sonne brennt am Morgen glühend heiß, keine Wolke am Himmel und ale Frauen sind vermummt, denn weiße Haut gilt in Asien ja als schön. Deswegn muss man sich vor der Sonne schützen.



Schneckeneier – muss man kaputt machen, weil die Schnecken den Reis zerfressen

Die Arbeit ist aber auch gefährlich. Die Sicheln sind unglaublich scharf. Mit der linken Hand greift man ja die Halme und führt dann die Sichel ganz knapp am kleinen Finger dran vorbei. Da bleit schon der ein oder andere Finger mal auf dem Felde – im wahrsten Sinne es Wortes. Natürlich kann man Schutzhandschuhe anziehen und Opor zwingt mich auch zu mindestens zweien übereinander. Aber dann kann man die Halme nicht mehr greifen.
Die Sichel ist außerdem spitz und es braucht eine besondere Technik, um die Sichel so am Körper vorbeizuschwingen, dass man sich nicht selbst ausweidet.



Außerdem gibt es jede Menge Viechzeug zwischen den Reishalmen. Riesige Feldmäuse und Schlangen. Und die beißen. Deswegn gehen die meisten nur in Stiefeln oder in speziellen Strümpfen aus Neopren aufs Feld. Einen Mann hat es aber trotzdem erwischt. Das Video dazu folgt in den nächsten Tagen.
Auf dem Feld wird viel gelacht und zum Mittag setzten sich alle zusammen auf Strohmatten und essen reichlich.



Am Nachmittag wird der Himmel dann diesig und es ist viel kühler und um vier Uhr ist schon Feierabend. Der Rücken brennt, die Haut juckt, die Nase ist voll mit Staub und Arme und Beine sind schlammverschmiert.

Und trotzdem bin ich dann so entspannt, wie ich es in Bangkok nie sein könnte.

Das Schönste wie immer zum Schluss:



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20
Nov
2008

Isaan Country – Woher das Heimweh kommt



Für viele Leute sind sicher die Inseln, Strände, Palmen, das Essen und vielleicht auch die billigen und willigen Mädels das schönste an Thailand. Für mich aber irgendwie nicht. Wenn ich die Wahl hätte, einen Tag auf Ko Pha Ngan am Strand zu liegen oder einen Tag im Nordosten Thailands, dem Isaan, auf dem Feld zu stehen und Reis zu ernten, dann Letzteres.
Das Schöne am Isaan ist ja, dass es dort nichts gibt. Also muss man auch nichts machen. Kein Strand, keine Discos, keine Bars – nur ganz viel Ruhe und Weite.





In der ersten Zeit in Thailand konnte ich nie verstehen, warum sich die Menschen aus dem Isaan, die nach Bangkok zum Arbeiten gekommen waren, so sehr nach ihrer dörflichen Heimat sehnten. Dort gab es doch nichts: nur Holzhütten, Armut, harte Arbeit und Ruhe und Weite.





Es hat eine ganze Weile gedauert und brauchte auch viel Abstand um irgendwann zu verstehen, warum die Leute trotzdem so sehr an ihrer Heimat hängen: Wer als Kind nach der Schule die Kühe vom Feld nach Hause getrieben hat, unbeschwert durchs Dorf getobt ist, ohne Smog und Autos, wer die einfache Unbekümmertheit und das Miteinander im Dorf kennengelernt hat, der kann das nie wieder vergessen.





Dabei darf man das thailändische Dorf nicht mit einem deutschen verwechseln. Im Isaan sind die Häuser zum Schlafen da, um bei Regen nicht nass zu werden und das Hab und Gut aufzubewahren. Das Leben findet aber im Freien statt - und zwar von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Der Hahn fängt um halb vier Uhr morgens an zu krähen und um sechs Uhr beginnt der Tag – Feuer anschüren und waschen. Dann wird gemeinsam mit den Nachbarn gegessen. Das Wundersame dabei ist, dass ich im ganzen Dorf nie eine Uhr gesehen habe und auch nie jemand weiß wieviel Uhr es ist. Wenn wir morgens zur Arbeit aufs Feld gegangen sind, dann war es egal, wann wir dort angekommen sind. Vor uns waren schon welche da und nach uns kamen auch noch welche.



Diese Einstellung zur Zeit findet sich auch in der thailändischen Sprache wieder. So ist es zum Beispiel duchaus üblich die Zeit des Abends mit “don yen“ zu beschreiben. Das bedeutet übersetzt: „Wenn es kühl ist“. Die Zeit danach nennt sich dann „don müht“ – wenn es dunkel ist.
Wenn man sich verabredet, dann vereinbart man nur wo, nicht wann. Irgendwann kommt der Freund dann halt, oder ist schon da, wenn ich nach Hause komme.
Und das Tolle daran ist: Es funktioniert. Und zwar schon länger als es Uhren überhaupt gibt.
Das Schönste zum Schluss:





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21
Mrz
2008

Eine leckeres Süppchen im Isaan

Die Suppe war wirklich gut. Mit dem typisch thailändischen „Dom Yam“-Geschmack. Dazu chinesische Nudeln und ein paar Salatblätter.
Nur mit der Fleischeinlage bin ich nicht ganz klar gekommen. Das war dann doch zuviel des „Guten“.
Man mag mich dafür ruhig für pingelig halten, aber das geht beim besten Willen nicht.



Für alle die es nicht erkennen können oder wollen: Die Fleischeinlage sind Hühnerfüße

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Pratu Namo

PRATU NAMO

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