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Wrong Things

1
Jul
2011

Rassismus in Thailand

Die Hoffnung ist da: Im 21. Jahrhundert könnten die Menschen tatsächlich irgendwann einmal (haut)farbenblind werden und es gäbe keinen Rassismus mehr. Ich und viele Menschen meiner Generation - zumindest in der westlichen Welt – gehen heute schon so miteinander um.
Dass der unverhohlene Rassismus aber in vielen Ländern der Welt nach wie vor besteht und Vorurteile das Denken der Menschen bestimmen, sieht man in Thailand jeden Tag.
Eine meiner besten Freundinnen, Shawna, ist gebürtige Engländerin. Damit ist sie naturgemäß auch englische Muttersprachlerin und die sind in Asien begehrt: als Englischlehrer.

Sie ist sicher einer der freundlichsten und engagiertesten Menschen, die ich in Thailand kennengelernt habe und ich hätte mir gewünscht, solche Lehrerinnen mal gehabt zu haben. Entsprechend habe ich sie unterstützt und ihr meine Business-Kostüme für die Vorstellungsgespräche geliehen. Naiv, ich heute weiß.
Wegen ihrer guten Qualifikationen wurde Shawna oft zu Vorstellungsgesprächen eingeladen und zu den ersten ging sie noch voller Zuversicht. Doch jedes Mal, wenn sie durch die Tür trat und der thailändische Schuldirektor sie sah, sprang ihm der Ekel aus dem Gesicht.
Denn Shawnas Eltern sind irgendwann mal aus Jamaika eingewandert und deswegen ist Shawna schwarz.



Monate- wenn nicht jahrelang hat sie sich in Bangkok um eine Stelle als Englischlehrerin bemüht und zentnerweise Bewerbungen verschickt und ständig wurde sie wegen der Hautfarbe abgelehnt. Ich habe schon darüber geschrieben, wie wichtig für Thais die Hautfarbe ist.

Ich bin dagegen keine Englisch-Muttersprachlerin und habe mich nie um eine Stelle als Englischlehrerin bemüht. Aber die Bangkoker Agenten hatten Bilder von mir und wussten, dass ich Englisch spreche, weswegen ich von vielen Schulen Jobangebote bekommen habe und auch schon oft als Lehrerin gearbeitet habe. Nicht weil ich Talent hätte, engagiert wäre oder besonders gut mit Kindern umgehen könnte. Sondern, weil ich weiß bin.

Shawna ist wieder nach England zurückgekehrt und legt dort momentan eine astreine akademische Karriere hin.

Bild: Isaan Style

29
Jun
2011

Teegeld: Kann es ein Thailand ohne Korruption geben?

81 - Tea & money

Wenn die Bürger Thailands am 3. Juli an die Wahlurnen treten, ist es wichtig, dass vor dem Hintergrund der von den Parlamentskandidaten versprochenen Mega-Projekte bewusst sind wie anfällig diese Projekte für Korruption sind.

Wie überall auf der Welt sind auch die Kandidaten in Thailand bereit, vieles zu tun, um an die Stimmen der Wähler zu kommen. Gerne bedient man sich hier dann auch aus der Staatsschatulle, um populistische, aber sinnlose Entwicklungskonzepte noch schnell vor der Wahl umzusetzen und so auf Wählerfang zu gehen.

Und auch jetzt wo die Wahlen vor der Tür stehen, dreht sich die politische Debatte vor allem um prestigeträchtige Megaprojekte und kein bisschen darum, wie wichtig es ist, einen Sinn für die Korruptionsbekämpfung im nationalen Bewusstsein zu verankern.

Thailand ist an siebter Stelle unter den korruptesten Ländern Asiens. Hongkong und Singapur sind auf dem Korruptionsindex dagegen an letzter und vorletzter Stelle. Die Korruption im öffentlichen Sektor ist umfassend, chronisch und tief verwurzelt – die Geißel der thailändischen Politik.

In Thailand gab es noch nie eine politische Partei, die sich ernsthaft mit der wuchernden Korruption im Königreich auseinandergesetzt, geschweige denn das Thema überhaupt als dringend erachtet hätte.

Stattdessen kreist der Wahlkampf um immer dieselben heuchlerischen Maßnahmen: Kreditkarten für die Bauern, subventionierter Reis, Gratis-Gesundheitsversorgung für alle und Lohnerhöhungen für Lehrer und andere Staatsbedienstete. Dabei kann niemand wirklich abschätzen, ob diese Vorhaben auch nur halbwegs realistisch und finanzierbar sind.

Sicher ist aber, dass die Korruption in Thailand das wirtschaftliche Fortkommen seit langem unübersehbar hemmt. Bangkoks Riesenairport Suvarnabhumi ist dabei eines der prominentesten Beispiele dafür, wie ein ständiger Fluss an Schmiergeldern ein Projekt über Jahrzehnte ausbremsen kann.

Noch ist es ziemlich unklar, welche Abgeordneten nach dem 3. Juli im thailändischen Parlament die Mehrheit haben werden. Sicher ist aber schon jetzt: Die meisten von ihnen sind Geschäftsleute, Manager, ehemalige Industriebosse und Technokraten.
Wenn man der letzten Studie der Universität der thailändischen Handelskammer glauben schenken kann, dann sind darunter nicht wenige, die das Vertrauen nicht verdient haben.
Die Ergebnisse der Untersuchung zeigten, dass 80 Prozent der Unternehmen aus dem privaten Sektor, die Geschäfte mit der Regierung abschlossen, Bestechungsgelder gezahlt hatten. 71 Prozent dieser Unternehmen wussten dabei von vornherein genau, wem sie welche Summe zahlen mussten, nur 29 der Firmen zahlten bei Aufforderung.
In Summe werden die gezahlten Schmiergelder auf 200 bis 300 Millionen Baht geschätzt, also etwa 30 Prozent der jährlichen Staatsausgaben (rund 600 Millionen Baht). Dazu kommen noch einmal 20 Millionen Baht in „Sonderzuwendungen“, um Abläufe im Im- und Export, beim Zoll und in der Lizenzierung zu vereinfachen.
Dies sind genau die fehlenden Millionen Baht, die für die kaputten Straßen, die von vornherein baufälligen Flughäfen, den maroden öffentlichen Personenverkehr, schlecht bezahlten Lehrer oder das gelähmte Schulsystem dringend gebraucht würden.
Doch das „Teegeld“ wie die Schmiergelder verharmlosend genannt werden, ist im thailändischen Alltag omnipräsent. An den Universitäten weisen die Professoren mitunter explizit darauf hin, wie die Studenten mit „etwas extra“ ein einfacheres Fortkommen haben können.
Und während in den Fakultätsräume der Putz von der Decke und die Farbe von den Wänden blättert und Geld fehlt, um Reparaturen durchzuführen, lassen sich die Dekane einen Präsidentenflügel errichten – zwanzigmal so groß wie nötig, mit den neuesten Computer (die ungenutzt bleiben und sogar einem Hubschrauberlandeplatz auf dem Dach. Letzterer wird natürlich nie genutzt, aber alle anderen Gebäude haben ja auch einen.

Die Gründung eines Anti-Korruptionsnetzwerkes in Thailand ist hier jetzt endlich ein Schritt in die richtige Richtung.
Zum Netzwerk zählen 23 private Organisationen, unter ihnen die thailändische Börse, die Handelskammer und der Industrieverband des Königreiches. Eine der vorrangigen Zielgruppen des Anti-Korruptionsbündnisses sind die Kinder und Jugendlichen, die man mit einem unmissverständlichen Slogan von einer Zukunft ohne Schmiergelder überzeugen will: „Der Ehrliche soll geehrt werden, der Korrupte muss verdammt werden.“

Sogar der Premierminister Abhisit Vejjajiva erklärte vor Kurzem öffentlich, dass die Korruption ausradiert werden müsse und die thailändische Kultur einem Wandel unterzogen werden müsse, um die Menschen zur Wachsamkeit zu erziehen. Viele der politischen Krisenherde seien durch Korruption auf nationaler Ebene und in den Provinzen entstanden.
Doch können solche Kampagnen greifen, wenn die Kinder täglich sehen, wie Vater und Mutter wie selbstverständlich bei Behördengängen und beim Polizist an der Straßenecke Teegeld bezahlen? Oder ist der Ehrlich am Ende in einem solchen System nur der Dumme?

Was denken die Pratu Namo-Leser? Kann es ein Thailand ohne Teegeld geben?

Bild: Flickr/Helen K

24
Mai
2011

Resteessen bei KFC Thailand

KFC in Thailand

Angestellte der Fast Food-Restaurantkette Kentucky Fried Chicken (KFC) haben bei der Arbeitsschutzbehörde Anzeige wegen unfairer Arbeitsbedingungen und Kündigungen erstattet.

Trotz eines Jahresüberschusses von 6 Milliarden Baht (140 Millionen Euro) im Jahr, hätten die Angestellten nur Reste und Instant-Nudeln zur Verpflegung bekommen.
Yum Restaurants International (Thailand), das in Thailand die KFC und Pizza Hut Ketten betreibt, hat in einer Erklärung verkündet, dass sich die Unternehmensführung mit der Angelegenheit beschäftigten.

Der Chef der Firma, Milind Pant, sagte sogar, dass die Firma entgegen allen behauptungen ihre Mitarbeiter fair und entsprechend der thailändischen gesetze behandelte.

Dagegen erschienen die ehemlaigen KFC-Angestellten Krit Suang-aranan, Siwaporn Somjit und Apantri Charoensak in den Büros des Arbeitsaufsichtskomitees und erklärten, sie seine gekündigt worden, weil sie 260 Unterschriften gesammelt hatten um eine 10-Punkte-Forderung zu bekräftigen, mit der Lohnerhöhungen, ein Bonus und eine kostenlose Mahlzeit pro Tag gefordert wurde. Die drei Beschwerdeführer waren in Begleitung des Vizepräsidenten des thailändischen Arbeitersolidariräts-Kommitees (TLSC), Chaiyasit Suksomboon.

Die drei waren mitnichten einfache Angestellte der Kette gewesen, sondern zuständig für 33 KFC-restaurants mit 900 Angestellten in Bangkok, Samut Prakan und Pathum Thani. Nach ihren Darstellungen erhalten die Mitarbeiter lediglich 27 Baht pro Stunde, also gerade einmal 5.200 Baht (120 Euro) im Monat.

Der Konzern hält dagegen: Alle Teilzeitangestellte hätten seit dem 4. April wegen der hohen Inflationsrate Lohnerhöhungen von 10 Prozent erhalten. Entsprechend betrage das Einkommen eines Teilzeitangestellten, der 20 Stunden im Monat arbeite 6.500 Baht.
Yum Thailand beschäftigt 10.000 Angestellte in 325 Restaurants in 72 Provinzen in Thailand.

14
Apr
2011

Thailand gibt Einsatz von Cluster-Bomben zu

Nach zahlreichen Vorwürfen von Aktivisten hat die thailändische Armee jetzt zugegeben Cluster-Munition bei den Gefechten im Grenzkonflikt mit Kambodscha eingesetzt zu haben. Zuvor hatten die Thais dies noch dem kambodschanischen Gegner vorgeworfen.

Allerdings nennen die thailändischen Militärs auch jetzt das Kind noch nicht beim Namen, sondern reden weitschweifig von „Verbesserter Konventioneller Munition mit Doppelnutzen (DPICM).
Auch Thailands Außenminister bestätigte den Einsatz dieser Munition, doch sei sie nur „auf der Basis von Bedarf, Verhältnismäßigkeit und strengen Verhaltensregeln” zum Einsatz gekommen.

Bombs.jpg

Cluster-Bomben haben in Südostasien Tradition. Diese hier haben B-52 Bomber im Jahr 1971 über Laos abgeworfen

Sowohl Cluster-Munition als auch ihr eineiiger Zwilling die DPICM zerfallen in Hunderte kleinere Sprengsätze, die noch jahrzehntelang eine Bedrohung für Menschen darstellen.
Wie auch immer die thailändische Armee ihre verschossenen Granaten nennen mag, auch die Cluster Munition Coalition (CMC) nennt sie Cluster-Munition und verurteilte deren Einsatz durch das thailändische Militär.
Nach Angaben der Organisation wurde im Thai-Kambodschanischen Konflikt weltweit zum ersten Mal seit Inkrafttreten des Übereinkommens über Streumunition im August letzten Jahres eingesetzt.
Allerdings haben bislang weder Thailand noch Kambodscha das internationale Abkommen unterzeichnet.
Im Februar seien laut CPC zwei kambodschanische Polizisten durch Cluster-Munition getötet worden und die nichtexplodierten Sprengkörper stellten eine Bedrohung für tausende Menschen in den Dörfern entlang der grenze dar.

Bild: flickr / pjriccio2006

13
Apr
2011

Vom Leben und Leiden der Burmesen in Thailand

In einem Fischerdorf in der thailändischen Provinz Chumphon haben burmesische Arbeiterin Interviews mit der burmesischen Exilzeitung „The Irawaddy“ schwere Vorwürfe gegen die Polizei erhoben und von heftigen Repressionen berichtet.
In mehreren Interviews haben die burmesischen Fischer im thailändischen Dorf Pak Nam erklärt, die Polizei mache sich die Gesetze selbst und durchsuche die Unterkünfte der Fischer ohne Grund. Die Polizisten würden sich im Rahmen dieser Durchsuchungen auch gerne kleine Trophäen aneignen wie etwa Feuerzeuge.
„Normalerweise geben sie vor, nach illegalen Arbeitern zu suchen, aber sie nehmen sich einfach, was sie wollen“, sagt Aung Aung, ein burmesischer Gastarbeiter in einer der Lebensmittelfabriken im Dorf.



Ein Kurzfilm der International Transport Workers’ Federation (ITWF) über Leben und Leiden burmesischer Migranten in Thailand

Aung Aung stammt aus dem Staat Arakan im Westen Burmas und sagt, er habe keinerlei Ausweispapiere. Nur ein kleines Passfoto mit der Unterschrift des Fabrikbesitzers – und dafür muss er monatlich 300 Baht bezahlen.

Während der Interviews der Zeitung Irawaddy mit Aung Aung wird das Ausmaß der Repressionen durch die Polizei schnell deutlich. Denn als sich plötzlich eine Gruppe von Polizisten der Bar nähert, in der das Interview geführt wird, nimmt Aung Aung schnell sein Handy und steckt es der Kellnerin zu, damit die es für ihn aufbewahrt.
“Du musst es mir nicht geben,” sagt die jedoch. „Die Polizei verhaftet niemanden in diesem Restaurant. Wir bezahlen ja Geld an sie.“

In dem Dorf dürfen Burmesen -legale und illegal Arbeiter- keine Handys, Fahrräder oder Motorräder besitzen und dürfen keine guten Schuhe und Armbanduhren tragen. Werden sie mit solchen „Statussymbolen“ erwischt, drohen ihnen Strafen.
“Wenn man mit einem teuren Handy erwischt wird und es von der Polizei wiederhaben möchte, muss man 500 Baht zahlen, wenn es ein billiges Handy war, dann nur 200,“ sagt ein burmesischer Fischer, der sich Aye Maung nennt.
Seinen richtigen Namen möchte er nicht sagen, aus Angst vor der Polizei.
“Außerdem muss man 500 Baht bezahlen, wenn man erwischt wird, wie man All Star Chuck`s oder eine Citizen Armbanduhr trät. Wer eine Zeremonie abhalten will, sei es eine Beerdigung oder eine Hochzeit, muss sogar 5.000 Baht bezahlen.
“Die Polizei sagt es sei die Sicherheitsgebühr. Doch es ist eine fast schon offizielle Abgabe bei allen Arten von Zusammenkünften,“ sagt Aye Maung.

Die Fischer werfen der Polizei sogar vor Burmesen ohne Papiere als Arbeiter auf thailändische Schiffe für 10.000 Baht pro Person verkauft zu haben. Diese Sklaven müssen dann acht oder neuen Monate hart auf den Schiffen ohne Bezahlung arbeiten, bevor sie freigelassen werden und einige, die weniger Glück hatten, kommen gar nicht mehr zurück.
Nach Aussage der Fischer seien Ende 2009 fünf junge, illegale burmesische Gastarbeiter im Dorf von der Polizei verhaftet worden und auf ein thailändisches Fischerboot verkauft worden.
Einer der jungen Männer sei von dem Kapitän des Schiffes erschossen und über Bord geworfen worden, weil er schlecht gearbeitet hatte. Danach hatten die anderen vier soviel Angst, das gleiche Schicksal zu erleiden, dass sie eines Nachts alle ihre Hände aneinanderbanden und über Bord sprangen um zu fliehen. „Die Hände zusammengebunden, denn sie wollten zusammenbleiben – tot oder lebendig“, sagt Aye Maung.

In dem Dorf in der Provinz Chumphon, wo jetzt die schweren Vorwürfe erhoben werden, leben Tausende illegaler Gastarbeiter, doch es gibt keine Vertreter internationaler Hilfsorganisationen vor Ort. Lediglich World Vision, die sich jedoch ausschließlich um die Gesundheitsversorgung kümmert.
Doch obwohl es keine Organisation gibt, die sich für die burmesischen Gastarbeiter einsetzt, wehren sich manche dennoch.
Ein Fischer berichtet er habe die Seemanns-Gewerkschaft von Burma mit Sitz in Bangkok kontaktiert und sich über die monatlich 200 Baht beschwert, die jeder burmesische Haushalt inoffiziell an die thailändische Polizei abführen muss.
Die Gewerkschaft gab die Meldung an andere Medien der Exil-Burmesen weiter und prompt wurde die illegale Besteuerung durch die Polizei eingestellt.
Doch Südthailand zwingt die Polizei jetzt alle burmesischen Arbeiter immer und überall eine Uniform zu tragen. Dabei handelt es sich um eine orangene Weste, die die Arbeiter auch noch für 200 Baht von den Fabrikbesitzern kaufen müssen. Wer ohne Weste erwischt wird muss zahlen – 300 als Legaler, 3000 als Illegaler.
Man werde sogar bestraft, wenn die Weste dreckig geworden sie, oder ein Knopf an der falschen Stelle sitze, sagt ein Arbeiter.

Htoo Chit, der Geschäftsführer von Grassroots Human Rights Education and Development, einer burmesischen Hilforganisation, sagt in der zeitung Irawaddy, dass die neuen Vorschriften für die burmesischen Migranten erhebliche Menschenrechtsverletzungen darstellten.

„So was macht man normalerweise nur mit Tieren.“

23
Mrz
2011

Thailand bildet Schulden-Doktoren aus

Das thailändische Finanzministerium plant 180.000 Finanzberater, auch „Schulden-Doktoren“ genannt.
Die Berater sollen die hohe Verschuldung vor allem unter der Landbevölkerung in den Griff bekommen

Das Finanzministerium hat zwei staatliche Banken angewiesen mit der Ausbildung der Freiwilligen Finanzberater zu beginnen.
In jedem Dorf sollen die Einwohner die ehrlichsten und aufrichtigsten Nachbarn bestimmen, die dann als Berater ausgebildet werden.

In Thailand blüht vor allem der illegal Geldverleih mit meist horrenden Zinsen, den in den Dörfern auf dem Land gibt es nur selten Banken. Viele haben zudem kein geregeltes Einkommen und sind entsprechend nicht kreditwürdig.
Gleichzeitig wird die Bevölkerung in Thailand von einer ungebremsten Konsumwelle überrollt, die mit scheinbar günstigen Finanzierungen, die Menschen in die Schuldenfalle lockt.

Dazu kommt, dass viele Familien auf dem Land keine Krankenversicherung haben. Wird ein Familienmitglied krank, muss die Familie oft einen Kredit von einem der Kredithaie aufnehmen, um die Krankenhauskosten bezahlen zu können.

Oft verpfänden sie dabei auch ihre Häuser oder ihr Ackerland. Ist das einmal weg, haben sie keine Lebensgrundlage mehr und es bleibt nichts anderes übrig als die Flucht nach Bangkok, wo sie als billige Arbeitskräfte ein karges auskommen finden – für die jungen Frauen bleibt dann oft nur noch der Weg nach Pattaya oder Phuket, um ihre Körper in den Bars zu verkaufen.

21
Mrz
2011

Ausländer über 50 dürfen keine Kambodschanerinnen heiraten

In Kambodscha ist es Ausländern über 50 fortan verboten, kambodschanische Frauen zu heiraten. Mit dem neuen Gesetz sollen Scheinehen und Menschenhandel eingedämmt werden, erklärte die Regierung des Landes.
Auch ausländische Männer mit einem Einkommen von weniger als 2.550 US-Dollar dürfen keine Kambodschanerinnen ehelichen. Die Einschränkungen gelten allerdings nur für Ehen, die in Kambodscha geschlossen werden.
Ehen zwischen alten Männern und jungen Frauen sind nach Ansicht der kambodschanischen Regierung „unangemessen“. Ausländer, die kambodschanische Frauen heiraten wollten, müssten ein hohes Einkommen haben, um zu garantieren, dass die Frauen ein “angemessenes Leben führen könnten”.

Mit dem Gesetz werde auf Hinweise von Menschenrechtsgruppen reagiert, die Fälle dokumentiert hatten in denen solche Ehen zum Menschenhandel genutzt würden und in denen die Frauen wie Sklaven gehalten würden.
Das kambodschanische Außenministerium hat eine diplomatische Note an alle Botschaften und Vertreter im Land geschickt, in dem es über das Inkrafttreten der neuen Bestimmungen ab dem 1. März informiert.

Kek Galabru, die Vorsitzende der kamboschanischen Menschenrechtsgruppe Licadho ist denn auch voll des Lobes für den Ansatz der Regierung, die kambodschanischen Frauen besser zu schützen.

Bereits 2008 waren in Kambodscha Ehen mit Ausländern verboten worden, nachdem die Zahlen von Ehen zwischen Südkoreanischen Männern und armen Kambodschanerinnen sprunghaft angestiegen waren. Damit regierten die kambodschanischen Behörden auf einen Bericht der internationalen Migrantenorganisation der von Misshandlungen von Kambodschanerinnen in Südkorea sprach.

18
Feb
2011

Thailand: Umweltschützer auf der Abschussliste

Gun.

Am 31. Januar um 19:40 hätte Thailand beinahe wieder einen seiner führenden Umweltschützer verloren, der sich seit Jahren gegen den Bau eines Müllheizkraftwerkes in der Provinz Prachuap Khiri Khan in der Zentralregion Thailands einsetzt. Er warnt seit jeher davor, dass eine solche Anlage die Ackerböden und die Teiche der Fischfarmen verseuchen werde.

Pachern Ketkaew ist 44 und wäre beinahe so geendet wie andere Umweltschützer und Mitglieder von Bürgerinitiativen auch. Niedergestreckt, weil sie gegen Projekte und staatliche Politik aufbegehrten, die der Umwelt schaden.

Pachern ist der Vorsitzende der Umweltschutzinitiative Ao Noi Conservation Group und dachte, sein letztes Stündlein hätte geschlagen, als er in seinem kleinen Nudelrestaurant saß und plötzlich ein mann mit Pistole aus einem Auto sprang und abdrückte. Pachern duckte sich weg und die Kugel verfehlte ihn nur knapp.
Pachern rannte um sein Leben. Ein zweiter schütze mit einem M-16-Sturmgewehr sprang aus dem Auto und eröffnete das Feuer auf den Umweltaktivisten. Doch keine Kugel traf.

Der zweifache Vater versteckte sich in einem Haus eines Nachbarn bis ihn Jintana Kaewkhao, die Vorsitzende der Ban Krut Conservation Group, ebenfalls einer Umweltinitiative, in ein sicheres Versteck brachte.
Er rief zu Hause an und erfuhr, dass seine Frau und seine zwei Kinder unverletzt sein. Doch ein 13-jähriges Mädchen und eine 53-jährige Frau seien bei der Schießerei getroffen worden, denn die Killer hatten wahllos auf sein Straßenrestaurant gefeuert, bevor sie geflüchtet seien.

Es war wirklich knapp gewesen für Pachern. Sein Name hätte leicht einen Platz finden können auf der Liste von Umweltschützern, die wegen ihres Engagements zu Erhaltung der Natur ermordet wurden.
  • der Waldschützer Phra Supoj Suvajo (im Juni 2005 in Chinag Mai erstochen)
  • den Kohlekraftwerksgegner Charoen Wat-Aksorn (im Juni 2004 in Prachuap Khiri Khan erschossen)
  • Somporn Chanapol (im August 2001 niedergeschossen nachdem er illegal Holzfäller aufhalten wollte)
Natürlich ist Pachern froh, dass er den Mordanschlag überlebt hat, aber die folgenden Tage waren dennoch ein Alptraum für ihn: „Die Killer könnten jederzeit zurückkommen und ihren Auftrag zu Ende bringen.“ Auch hat er die Polizei von Ao Noi gebeten, seinen Fall einer Polizeistation eines anderen Bezirks zu übertragen aus Angst, einflußreiche Kreise könnte die Ermittlungen manipulieren.
Die Umweltschützer von Ao Noi sind sich sicher, dass der Mordanschlag auf Pachern mit seinem Engagement gegen das 115 Millionen Baht teure Müllprojekt und der Enttarnung von illegaler Abholzung zu tun hat.
Sein Fall beweist, dass die staatlichen Mechanismen aber auch die Gesellschaft versagt haben, Menschen zu schützen, die sich gegen kriminelle Machenschaften und die Zerstörung der Natur einsetzen.

Und wenn Morde an Aktivisten geschehen, dann scheint es ganz offenbar nicht mal jemanden zu kümmern.
Weder der Gouverneur der Provinz, der Bezirksdirektor, der örtliche Abgeordnete, der Umweltminister noch die Polizeiführung zeigt sich besorgt oder fordert die Aufklärung der Mordanschläge.

Nahezu täglich brüstet sich der thailändische Premierminister Abhisit Vejjajiva mit dem neuen Pracha Wiwat-System, das das Leben sicherer machen soll und die kriminalität um 20 Prozent senken soll. Doch was ist Pracha Wiwat wert, wenn die Regierung gleichzeitig die wenigen engagierten Bürger im Land nicht schützen kann/will/darf.

Bild: flickr/maya the bee

25
Jan
2011

(Fast) Heute: Thailand erklärt den Vereinigten Staaten und England den Krieg

Thailand, ein Marionettenstaat der größenwahnsinnigen Japaner erklärte den Alliierten heute den Krieg – heute, vor 68 Jahren.
Als der Krieg in Europa im September 1939 ausbrach, erklärte sich Thailand als neutral – sehr zum Ärger von England und Frankreich. Beide Staaten hatten nämlich Kolonien um Thailand herum und hofften, Thailand werde die Alliierten unterstützen und so mithelfen, den Vormarsch der Japaner in Asien-Pazifik Einhalt zu gebieten.

Doch Thailand tat das Gegenteil und schloss „Freundschaft“ mit Japan und veröffentlichte schon bald Schullehrbücher, in denen ein zukünftiges „Groß-Thailand“ gezeigt wurde, das bis nach China hineinreichte.
Die erste wirkliche Auseinandersetzung mit den Alliierten fand nach der Besetzung Frankreichs durch Nazi-Deutschland statt und der Einsetzung einer Marionettenregierung in Vichy. Thailand sah seine Chance gekommen, die Grenzlinien des benachbarten französischen Indochina neu zu zeichnen. Die Vichy-Regierung lehnte die Forderungen der Thais natürlich ab und so überschritten Soldaten der thailändischen Armee die Grenze zu Indochina und es kam zur Schlacht mit französischen Truppen.

Most famous symbol of the Death Railway

Die Brücke über den Kwai – bekanntestes Relikt des 2. Weltkrieges in Thailand
Japan mischte sich ein und nutzte sein Bündnis mit Deutschland, um die Vichy-Frankreich zu zwingen mehr als 54.000 Quadratkilometer ihres Kolonialreiches an Thailand abzutreten.
Am 8.Dezember 1941, landeten die Japaner an der thailändischen Küste, als Teil des Angriffs auf Pearl Harbor.
Thailands Premierminister Lang Pipul war mehr als erpicht darauf, bei der Neuordnung Südostasiens deutliche Vorteile für Thailand herauszuschlagen und erklärte schließlich den USA und England den Krieg.

11
Nov
2010

Myanmar: Die Flüchtlinge kehren zurück, die Bergstämme kämpfen weiter

Three Pagodas Pass

Der umkämpfte Drei-Pagoden Pass

Die meisten der burmesischen Flüchtlinge, die am Montag vor den Kämpfen in der Grenzstadt Myawaddy in das benachbarte Mae Sot auf der thailändischen Seite gflohen waren, sind wieder heimgekehrt – obwohl das burmesische grenzgebiet immer noch als gefährlich gilt.

Viele rechnen mit einem Vergeltungsschlag der Regierungsgruppen gegen die Verbände der Bergstämme entlang der Grenze. Die Gefahr besteht, dass die Kämpfe auch nach Thailand hinüberschwappen.

Das thailändische Militär halt seine Truppen weitestgehend aus den inneren Angelegenheiten Myanmars heraus und wird auch keine neuen Flüchtlingslager mehr eröffnen.

Der Oberbefehlshaber der thailändischen 3. Armee erklärte gestern, dass die Stadt Myawaddy wieder unter der Kontrolle der burmesischen Regierungstruppen sei. Die Grenzübergänge von Mae Sot und Rim Moei seien wieder geöffnet. Doch Berichten zufolge sind viele Menschen in Myawaddy bei den Kämpfen getötet worden.
Der Direktor des Bezirkes Mae Sot sagte, die burmesischen Zivilisten hätten begonnen nach Hause zurückzukehren.

Mittlerweile haben sich die Kämpfe auf den Drei-Pagoden-Pass gegenüber der thailändischen Waldmetropole Kanchanaburi verlagert. Bei Pyaduangsu wird von heftigen Gefechten und neuen Flüchgtlingsströmen berichtet. Das Gebiet um den Drei-Pagoden-Pass haben die Behörden zum Kriegsgebiet ernannt und auch heute, am dritten Tag nach Ausbruch der Kämpfe, landeten wieder Raketengeschosse auf thailändischer Seite

Gestern waren die burmesischen Regierungstruppen verstärkt worden, um die Kontrolle über die Stadt Pyaduangsu wieder zurückzugewinnen und die Rebellenkämpfern von den Stämmen der Mon und Karen zu vertreiben.
Auch heute waren wieder Schüsse und Granatexplosionen zu hören und es scheint, als leisteten die Bergstämme hartnäckig Widerstand.

Pratu Namo

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